Mittwoch, 13. März 2013

8 x 9 = 82



Das Einmaleins ist angesagt! Unser Jüngster geht in die zweite Klasse der Grundschule und seit Anfang des Jahres gehen sie mit großen Schritten auf das Erlernen des kleinen Einmaleins zu.

Als ich also letztens mit ihm an den Hausaufgaben saß, konnte ich nicht umhin, zu erkennen, dass er große Mühe mit dem Verständnis dieses neuen Themas hatte. Die vielen kleinen Zeichnungen mit unzähligen kleinen Flaggen, Hasen, Mohrrüben etc. überforderten ihn in dem Moment, obwohl ihm Mathe sonst sehr liegt. Mit Engelszungen versuchte ich ihm zu erklären, wie das denn nun mit den Reihen und den Zahlen so wäre, aber irgenwie konnte ich nicht zu ihm durchdringen. Irgendwann kapitulierte ich, scheinbar lernt man das kleine Einmaleins heute anders als früher! Ich sah meinen Jüngsten also mit fragendem Blick an: "Wie hat Euch denn Eure Lehrerin das erklärt?"

Seine vorwurfsvolle Antwort erstaunte mich: "An dem Tag war ich doch krank!" Wobei sein Gesichtsausdruck mir vermitteln wollte, ich sei in irgendeiner Weise an diesem Umstand Schuld gewesen. Auf mein Nachfragen, ob er sie denn nicht um eine Erklärung in der nächsten Unterrichtsstunde hätte bitten können bzw. sie dies nicht von sich aus getan hätte, verneinte er (was vielleicht daran lag, dass er seit dem besagten Tag nicht wieder Mathe gehabt hatte). Hmm, da war natürlich guter Rat teuer! Weil es mir tatsächlich schon aufgefallen ist, dass die "Hinführung" an neue Aufgaben doch sehr differiert zu der "Hinführung" aus meiner Grundschulzeit.

Also gut, ich versuchte erneut, es ihm so gut es ging, nahezulegen, wie das mit dem Malnehmen denn nun funktioniert. "Schau mal, hier zum Beispiel hast du drei Teller mit jeweils drei Äpfeln!" "Hab ich schon gezählt Mama, das sind zwölf Äpfel!" "Okay Schatz, aber ums Zählen gehts jetzt eigentlich gar nicht. Schau doch mal, das sind also vier Teller mit je drei Äpfeln!" "Ich habs doch schon ausgerechnet, Mama!" *grrrrr* "Ja, Sohn, das weiß ich, ich will dir aber erklären wie das Malnehmen funktioniert!" Vorwurfsvoller Blick meines Jüngsten und ich bin fast sicher, ihn zwischen zusammengebissenen Zähnen ein "Meine Lehrerin erklärt das aber anders!" zu hören. Tiefer Seufzer meinerseits! Erneuter Versuch: "Schatz, ich weiß, dass du es schon ausgerechnet hast. Aber eigentlich hast du nicht gerechnet, du hast gezählt. Und beim Malnehmen geht es ums rechnen. Nicht immer kannst du die Summe abzählen! Also schau dir jetzt nochmal die vier Teller an. Das sind vier Teller mit je drei Äpfeln..." "Zwölf Äpfel!" Innerlich bis 2 x 5 zählend! "Ja Schatz, das SIND zwölf Äpfel! Aber ich will dir doch das Malnehmen erklären!" "Wenn ich's doch aber schon ausgerechnet hab?" Seine Stimme legt mindestens drei Dezibel zu. Woraufhin auch meine unweigerlich anschwillt: "DU HAST ES NUR GEZÄHLT!" Leicht zittriges: "Es sind doch aber zwölf Äpfel?"

Tiefes Luftholen, neuer Ansatz: "Okay, es sind zwölf Äpfel. Aber wie bist du denn auf die zwölf Äpfel gekommen?" Ein leicht irritierter Blick meines Jüngsten: "Na, weil sie doch hier hingemalt sind. 3 + 3 + 3 + 3!" Ha! Jetzt hatte ich ihn an den Punkt, an dem ich ihn haben wollte: "Genau Schatz, das sind 3 + 3 + 3 + 3 und das ergibt Zwölf. Und wenn du jetzt malnehmen willst, dann sagst du einfach das sind vier Teller x drei Äpfel. Und das ergibt dann auch Zwölf!" Mir war nicht klar, ob sein Blick wirklich Bestätigung ausdrücken wollte, aber immerhin hatten wir unsere Äpfel vom Tisch und konnten uns den weiteren Aufgaben zuwenden und die Hausaufgaben letztendlich glücklich zu Ende bringen.

Ein paar Tage später grübelte er wieder einmal über seinen Rechenaufgaben, diesmal doch schon sehr selbständig. Ich hielt mich im Hintergrund zurück und ließ ihn werkeln. An seiner eifrigen Fingerbewegung konnte ich erkennen, dass das Zählen und Plusrechnen noch nicht wirklich vom Malnehmen verdrängt worden war. Da mittlerweile die Rechnungen im nur noch schwer überschaubaren Bereich bei der 8er- und 9er-Reihe angekommen waren, fiel es ihm doch nicht mehr ganz so leicht, die Aufgaben zu visualisieren. Irgendwann sah er mich irritiert an: "Mama, 8 x 9 ist 82!" Fühlte sich für mich irgendwie falsch an, ging schnell mal die 9er Reihe im Kopf durch und meinte dann: "Nö! Ist es nicht, versuchs nochmal!" Mein Jüngster: "Doch, das gibt 82! Hier stimmts aber nicht!" Er deutete auf sein Blatt und an der entsprechenden Aufgabe konnte man anhand zählens der Punkte tatsächlich zu der Erkenntnis kommen, dass die Rechnung 8 x 9 eben nicht 82 ergab. Ich also wieder an den Tisch neben ihn: "Schau mal Schatz, hier sind acht Reihen mit je neun Pünktchen." Dummerweise waren die Punktreihen noch unterbrochen nach jeweils 5 Punkten, was insgesamt betrachtet schon verwirrend sein konnte. Was wollten sie denn jetzt eigentlich gerechnet haben? 5 x 5 und 5 x 4 und 3 x 5 und 3 x 4? Dass das Kind sich das Malnehmen darum schenkte und auf "Erlentes" aus der Schule zurückgriff, war doch eigentlich schlau ... oder nicht? "Schatz, hier musst du rechnen: 8 x 9. Das sind insgesamt acht Reihen mit jeweils neun Punkten, also ist die Rechnung wenn Du Plusrechnest wie?" "5 + 4 + 5 + 4 + ....?"

Meine Güte, ich kann mich nicht erinnern, dass das kleine Einmaleins derart kompliziert ist! "Nein, Liebling. Eine Reihe hat neun Punkte, die kleine Lücke ist nur, damit man sie einfacher zählen kann. Also rechnest du 9 + 9 + 9 + 9 + 9 + 9 + 9 + 9!" Stirnrunzliges Nachdenken: "82, das hat meine Lehrerin gesagt! 8 x 9 ist 82!" So ein kleines Kerlchen, so viel Überzeugungskraft. Wenn ich mir nicht wirklich sicher gewesen wäre, glaubt mir oder glaubt mirs nicht, ich wäre ins Wanken gekommen! "Ach Schätzle, das hast du vielleicht falsch verstanden! 8 x 9 ist NICHT 82, das kann es gar nicht sein! 8 x 9 ist 72, da bin ich mir absolut sicher Spatz!" Mein Jüngster schaut mich an: "Das hat meine Lehrerin aber gesagt und die hat Lehrerin gelernt, du bist doch nur Mama!" Da er dabei aber doch zielstrebig die 72 auf seinem Blatt eingetragen hat, weiß ich nicht 100% ig ob ich nicht gerade doch überlistet worden bin? Denn - wie Euch vielleicht auch aufgefallen ist - ausgerechnet habe ich die Aufgabe letztendlich und nicht er! Sollte ich ihm so etwas wirklich zutrauen? Hm, ich finde, irgendwie sind die Kinder heute schon viel einfallsreicher als früher, oder?

Na, wie auch immer, eins hat es mir aber mal wieder aufgezeigt, da hat außer mir und meinem Besten noch jemand anderes ziemlich viel Einfluss auf mein Kind. Was wenn diese Lehrerin meinem Kind wirklich beigebracht hätte, 8 x 9 wäre 82, egal was alle anderen sagen würden, sie allein hätte recht? Hat sie natürlich nicht, so nebenbei bemerkt, ich habe sie auf die Rechnung angesprochen! *ggg* Aber es ist schon so, mein Einfluss als Mutter ist umkämpft. Wie kann ich denn damit umgehen, wenn es mal eine Lehrkraft gibt, die meinem Kind wirklich Dinge beibringen will, die ich als Mutter und auch als Christ nicht vertreten kann und will? Da wir in Deutschland Schulpflicht haben, habe ich darauf nicht wirklich viel Einfluss. Ich kann natürlich versuchen, meine Kinder in eine Schule zu schicken, die "meine" Ansichten vertrtitt, aber nicht immer hat man dazu Geld oder Möglichkeiten. Das weiß ich schon auch.

Ich glaube, darum es ist so wichtig, unseren Kindern zu Hause einen "gesunden" Grundstein zu legen. Ihnen als Eltern die Basis zu bieten, die ihnen Halt und Sicherheit gibt. Auch Vertrauen aufzubauen, so dass sie wissen, wir als Eltern meinen es gut mit ihnen, auch wenn es ihnen zeitweise vielleicht nicht so vorkommen mag. Gerade wenn sie größer werden und in die Pubertät kommen ist es so wichtig, dass tief in ihnen verborgen das Vertrauen schlummert, dass ihre Eltern sie nicht von sich stoßen, egal wie pubertär sie sich auch gerade verhalten. Dass sie immer zu ihnen stehen werden. Das Urvertrauen entsteht nicht auf einen Schlag, es entwickelt sich aus einer Fülle von Situationen, in denen unsere Kinder uns als Eltern beschützend und liebend erleben. Ich weiß das auch eigener Erfahrung. Wer mich jetzt kennt, kann sich nicht vorstellen, was für ein "wildes" Leben ich mal geführt habe und wieviele Nerven ich meinen Eltern gekostet haben muss. In meinen langen Jahren des "Davonlaufens" aus Gottes Nähe, Elternhaus, Spießertum etc. habe ich in mir tief drinnen immer die Sicherheit gehabt, eine Familie zu haben, die im Gebet hinter mir steht und mich auffangen wird, wenn ich ins straucheln komme. Das war und ist mir bis heute sehr wichtig!

Und diese Sicherheit will ich meinen Kindern auch mitgeben. Immer wieder kommt mir dabei aber der Gedanke, dass ich nicht wüsste, wie ich das als Mutter schaffen könnte, wenn ich nicht beten könnte. Wenn ich selbst mich von dem Einen füllen lasse, dem mein ganzes Vertrauen gilt, dann kann ich dies auch weiterfließen lassen zu meinen Kindern. Ich bin davon überzeugt, Vertrauen kann man nicht kaufen oder erzwingen. Denn, wie ich schon oft erlebt habe, nicht was ich meinen Kindern "predige" prägt sie, sondern was ich ihnen vorlebe. Wenn ich biblischen Maßstäbe vorlebe, dann brauche ich sie nicht zu predigen, dann spüren und erleben meine Kinder, was sie bedeuten. Wenn ich meine Kinder ohne Einschränkung liebe, dann sind sie sich dieser Liebe sicher, auch wenn ihnen noch nicht bewußt ist, dass auch erzieherische Einschränkungen Liebe bedeuten. Wären sie mir egal, würde ich sie machen lassen, was sie wollen. Aber gerade weil ich sie liebe, nehme ich den manchmal schwereren Weg der Erziehung auf mich.

Und wenn ich dann dazu noch bete, dass ich in "brenzligen" Situationen Weisheit erhalte von Oben, mit der jeweiligen Situation richtig umzugehen, kann mir das viel von dem "Erfolgsdruck" in der Erziehung nehmen. Ich liebe meine Jungs, ich gebe mein Bestes für sie und ich bin bemüht, ihnen die Mutter zu sein, die sie brauchen. Aber ich weiß auch, dass ich nicht fehlerfrei bin, dass sie ganz sicher auch an mir Verhaltensmuster beobachten, die nicht unbedingt löblich sind. Aber zu meinem großen Glück kann ich auch hier beten! Beten, dass Gott meine Schwäche, mein Unvermögen, meinen Mangel an "richtiger" Erziehung ausgleicht und dass Er mich zu einem durchlässigen Gefäß macht, das Liebe empfängt und sie in gleichem Maße weitergibt, wenn ich dies zulasse. Ich brauche gar nicht perfekt zu sein und ich brauche nicht in Konkurrenz treten mit den Menschen, die auch Einfluss nehmen auf meine Kinder. Ich lege meinen Samen der Liebe in sie hinein und Gott lässt ihn wachsen zu einem gesunden und starken Baum des Vertrauens.

Mir fällt gerade ein Lied von Reinhard Mey ein, das mich immer berührt hat, weil ich glaube, solche Situationen erleben wir immer wieder. Momente, in denen einfach mal unsere Fähigkeit gefragt ist, alle Fünfe gerade sein zu lassen, um unsren Kindern Vertrauen und Geborgenheit zu schenken. Und ganz ehrlich, ich weiß auch, dass das Verhalten der Eltern in dem Lied vielleicht nicht zu 100 % den biblischen Maßstäben von "Du sollst nicht lügen!" entspricht, aber es zeigt etwas von dem, was ich als Mutter mir wünsche. Die Fähigkeit, in außergewöhnlichen Situationen so zu reagieren, dass mein Kind sich von mir ohne Einschränkung geliebt weiß. Dass die Thematik hinterher nochmal aufgegriffen werden wird - mit angemessenen Konsequenzen -, ist meiner Meinung nach selbstredend. Aber wenn ich es schaffe, dass mein Kind Vertrauen in mich als Mutter hat, dann kann es aus dem "Erlebten" auch leichter lernen, Vertrauen in unseren Vater im Himmel zu entwickeln, weil es das kennt ... finde ich zumindest.

Ihr Lieben, da man mich darauf hingewiesen hat, dass ich nicht einfach Liedtexte ohne rechtliche Genehmigung hier veröffentlichen darf - und dies ansonsten durchaus finanzielle Folgen nach sich ziehen kann - nehme ich den Text jetzt wieder raus, aber ich stelle ich Euch dafür den Link der offiziellen Textseite von Reinhard Mey hier rein. Wenn Ihr den Link anwählt, gelangt Ihr direkt zu dem Text von dem Lied "Zeugnistag" aus der CD "Mein Apfelbäumchen".


Soviel mal für heute! Seid gesegnet in dem absoluten Vertrauen auf Gott unseren Vater, der uns nie verlassen noch verstoßen wird, sondern bei dem wir immer Geborgenheit erfahren!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!
Eure IRMy









Montag, 4. März 2013

Urlaubsplanung?

Uh, was für ein trüber Tag doch heute ist! Verhangen und nieselig fällt es mir richtig schwer, mich zu irgendwas aufzuraffen! Da setz ich mich doch lieber an die Tastatur und lasse meine Gedanken in schönere Gefilde abtauchen! 

milkysmile

Und da mein Bester und ich in den letzten Tagen die Urlaubsplanung in Angriff genommen haben, fällt es mir auch nicht schwer meine Gedanken dahin zu lenken.

Wie so mancher von Euch hier im Blog vielleicht schon an der einen oder anderen Stelle mal gelesen hat, war unser Urlaubsziel in den letzten Jahren immer ein Land, das sich gut und gerne mal durch einen Esel als Aufkleber am Heck augezeichnet hat. Lacht nicht ... aber diese Gattung Tier sieht man in Katalonien wirklich allenthalben auf Autos. Keinen Stier, wie in Spanien allgemeinhin erwartet. Katalanier empfinden sich halt nicht wirklich als Spanier, weshalb nun aber der Esel als Ausdruck der Völkertrennung herhalten muss, hat sich mir in den letzten zehn Jahren leider nicht erschlossen. Und so wichtig - ganz ehrlich - war mir die Ergründung dieses Rätsels bisher auch nicht.

Okay, okay, okay ... jetzt konnte ich es mir doch nicht verkneifen, ein bisschen zu "wikipedien". Wie sagt man das eigentlich? Der Ausdruck "ich google mal ein bisschen" hat sich ja schon eingebürgert - hihihiii, erinnert mich an den Blog über geflügelte Wörter - aber gibts schon einen entspechenden Ausdruck für Wikipedia? Ich habe gewikipedigt, vielleicht? Nääää, klingt nicht wirklich gut. Ich seh's ein!

milkysmile

Also, ich habe mich mal ein bisschen schlau gemacht bei Wikipedia wegen dieses Katalanischen Esels! Ist das jetzt die grammatikalisch richtige Form? Dieses Katalanischen Esels oder diesem Katalanischen Esel? Huh, das geht jetzt wirklich zu weit, ein bisschen mehr Konzentration aufs Thema bitte!

Wikipedia sagt also unter anderem:

"Der Katalanische Esel (Katalanisch: El Burro Català oder El Ruc Català) ist ein äußerst beliebtes, inoffizielles Nationalsymbol Kataloniens, das in seiner Genese nur als ein dem spanischen Osborne-Stier entgegengesetztes Symbol verstanden werden kann." 1

Als ich das gelesen habe, musst ich echt lachen, weil dieser kleine kurze Satz ziemlich prägnant aussagt, was wir in unseren zehn Jahren Katalanischer Urlaubserfahrung auch erlebt haben. Wehe, wehe, man vergleicht Katalonien mit Spanien! Man kann nicht umhin, allenthalben vor Ort Parolen zu lesen, auf denen sogar für uns Katalanisch unwissenden Touristen klar und deutlich erkennbar ist, dass man sich Spanien, den König und den Stier überall hinwünscht, nur weit weg von Katalonien! 

Den fußballbegeisterten unter Euch, denen diese "kleinen" Diskrepanzen zwischen Katalonien und Spanien nicht bekannt waren, dürften sich völlig neue Erkenntnise bezüglich des ewig schwelenden heftigen Konfliktes zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona auftun.

Wiederum in Wikipedia gefunden, folgende Aussage zum FC Barcelona:

"Gegründet im Jahr 1899 von einer Gruppe um den Schweizer Hans Gamper, entwickelte sich der Klub, insbesondere unter der Franco Diktatur, zu einem Symbol der kulturellen Identität Kataloniens und des Katalanismus. Aus dem Konflikt der nach Unabhängigkeit strebenden Katalanen mit dem spanischen Zentralstaat, der sich seinerzeit verstärkt im Sport manifestierte, resultiert eine bis heute andauernde Rivalität mit dem Hauptstadtklub Real Madrid." 2

Musstet Ihr bei dem Ausdruck "Katalanismus" auch so lachen wie ich? Wenn das mal nicht aussagekräftig ist! Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob diese verräterisch nahe Klangweise zu "Kanibalismus" nicht bedenklich ist?

Naja, lassen wir das jetzt mal beiseite. Ich will ja dieses Land, das uns in den letzten zehn Jahren Heimat war für jeweils drei/vier Wochen nicht schlecht machen. Denn, das muss auch gesagt sein, diese Urlaube waren für uns immer genau richtig. Wir haben sie genossen und als Geschenk erlebt, zu einem Zeitpunkt, an dem wir dies so nötig hatten. Und wer jetzt ein feines "Öhrchen" für Untertöne hat, kann vielleicht schon ein bisschen erkennen, dass ein leicht "wehmütiger" Ton mitklingt. Eine leichte Schwingung, die aussagen will: Liegt das in der Vergangenheit? 

Und genau vor dieser Frage stehen mein Bester und ich gerade, natürlich gemeinsam mit unseren fünf Pfeilen im Köcher. Es war schon im letzten Jahr so eine leichte Abschiedsstimmung in der Luft gelegen. Ich habe das Haus, den Strand, die Gegend rund um unser "katalanisches Häuschen" irgendwie intensiver beobachtet und auf mich wirken lassen. Habe alles betrachtet, wie wenn ich es zum letzten Mal sehen würde. Ohne da schon zu ahnen, dass dies vielleicht wirklich so sein könnte.

Es lag da schon so etwas in der Luft, dass sich die Zeiten vielleicht ändern würden. Und dieses Gefühl hat sich immer mehr verstärkt in den letzten Wochen. Also suchen wir und schauen und überlegen und beten, was für uns als Familie jetzt also "dran" ist. Um es mit den Worten von Paulus in der NGÜ-Übersetzung zu sagen:

"Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt."3

Ja, ja, ja ... ich höre schon, wie es von Euch kommt: Das hat der Apostel Paulus bestimmt nicht im Hinblick auf Urlaub gesagt. Und das stimmt! Ich gebe Euch absolut recht! Das hat er. Aber ich glaube trotzdem, dass ich seine Aussage auch auf mein eigenes Leben umsetzen und anwenden darf. Ich darf mich abwenden von dem, was hinter mir liegt, es hinter mir lassen - ob gut oder schlecht -, weil es darauf nicht mehr ankommt. Ich will mich mit Freude und Erwartung ausstrecken nach dem, was noch vor mir liegt! Auf das konzentrieren und zulaufen, was Gott noch an Neuem für mich vorbereitet hat. Nicht starr auf der Stelle stehen bleiben, denn Stillstand bedeutet eigentlich Rückschritt ... und wer will das schon?

Und auch im Hinblick auf unseren Urlaub habe ich gespürt, dass ich in "alten Mustern" verharren will. Ich merke, dass mich das Schöne, das Bequeme und Bekannte davon abhalten will, mich nach dem, was Vorne liegt, auszustrecken. Denn bei all unseren Überlegungen wegen dem Urlaub hatte ich immer so unsere Urlaubsform der letzten Jahre vor Augen. Und ich muss gestehen, das war schon äußerst komfortabel, wie es uns da ging. Gut, das Haus, das wir mieten konnten, war nun innenarchitektonisch betrachtet nicht mehr der Knüller. Ziemlich alt und durchaus renovationsbedürftig, aber davon haben wir uns nie stören lassen. Im Urlaub halten wir uns eh meist draußen auf und da überwog einfach der günstige Preis. Aber ... es gab schon die eine oder andere Annehmlichkeit: vier Schlafzimmer, 120 Quadratmeter Wohnfläche, Waschmaschine, zwei Bäder, großer Pool direkt vor dem Haus, das Meer nur 100 Meter entfernt. Alles in allem viele, viele Pluspunkte, an die ich mich als Gewohnheitstier doch sehr gewöhnt hatte. 

Jetzt sucht mal ein entsprechendes Haus mit all diesen Vorgaben zu einem bezahlbaren Preis! Ist eigentlich nicht möglich, man muss unweigerlich Abstriche machen. Deshalb: Ja, mir ist bewußt, dieses Haus in Katalonien war von Anfang an ein Geschenk! Und trotzdem ... schon unser Großer meinte letztes Jahr: "Also nach Katalonien komme ich nicht mehr mit." Da er ja mittlerweile volljährig ist, war dieser Gedanke nun auch nicht so weit hergeholt. Wobei ich schon bekennen muss, ich liebe es meine "Küken" um mich zu scharen. Mir ist egal wie alt sie sind, wenn sie nur bei mir sind! 

milkysmile

Aber natürlich lassen wir sie auch "ziehen"! Also dachten wir, wenn wir weniger Personen sind, dann wäre es vielleicht doch mal im Bereich des Möglichen, sich nach einer anderweitigen Urlaubsmöglichkeit umzusehen. Falsch gedacht! Sobald wir unsere Fühler in andere Gefilde austreckten, kam umwendent seine Ansage: "Wo anders hin? Also da komme ich dann aber doch mit!" Hihihiiii ... Ihr versteht, was uns die Verlagerung des Urlaubsortes auch noch nahegelegt hat?

Neeeein, es ist wirklich so, dass wir den Eindruck haben, es ist Neues angesagt. Bei aller Aufregung und Freude auf das Neue, merke ich aber, wie sich mir auch immer wieder Ängste anschleichen. Wenn ich nachts in meinem Bett liege und sich mir plötzlich mein geliebter "Komfort" vor Augen malt! Uhahhh, kann und will ich mich auf "Abstriche" und Neues einlassen? Werde ich es denn wirklich genießen können? Und ja, ich weiß, das ist 'Jammern' auf ziemlich hohen Niveau!

Umso dankbarer bin ich, dass mich eine liebe neue Freundin, die ich während meiner Urlaubs-Suche kennenlernen durfte, und zu der ich durch unseren gemeinsamen Geliebten Jesus sofort eine "Verbindung" gefunden habe, mich ein bisschen herausforderte: "Vielleicht ist es auch mal gut, seine 'Komfort-Zone' zu verlassen und alles wieder ein bisschen zu vereinfachen, um sich neu auf wesentliches konzentrieren zu können? Um zu erkennen, wie gut es uns eigentlich geht!"4  Da hat mich das wirklich herausgefordert und einen neuen Blickwinkel aufgezeigt. Vielleicht zitiere ich sie jetzt hier nicht wortwörtlich richtig - ich hoffe, sie wird mir als meine "Quelle" keine Urheberrechtsverletzungen vorwerfen *ggg* - aber es hat mir geholfen, innezuhalten. Wieder neu zu erkennen, dass ich großen Grund zur Dankbarkeit habe, aber auch, die Ängste, die mich angreifen wollen, nicht siegen zu lassen. Sondern eben zu sagen: Egal wie schön und komfortabel die Urlaube in der Vergangenheit waren, ich schaue jetzt nicht mehr zurück. Natürlich bin ich dankbar, für Alles, was uns Gott bisher schon geschenkt hat. Aber auch aus einem dankbaren Herzen heraus, darf ich nach vorn schauen auf Ihn und Neues erwarten, wie immer das auch aussehen mag. Weil ich weiß und schon so oft erlebt habe, dass Jesus es gut mit mir und meiner Familie meint und uns auch unsere Auszeiten gönnt, einfach weil Er es liebt, uns Gutes zu tun! Und deshalb kann es doch eigentlich nur immer Besser werden - in jeder Hinsicht -, als es bisher war, weil es dann auf Ihn - das Ziel - zugeht!

Und zu diesem Gedanken passt meiner Meinung nach dann auch der größere Kontext der oben genannten Bibelstelle :

"Es ist also nicht etwa so, dass ich das ´alles` schon erreicht hätte und schon am Ziel wäre. Aber ich setze alles daran, ans Ziel zu kommen und von diesen Dingen Besitz zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat. 

Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat.
Wir alle, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat, wollen uns ganz auf dieses Ziel ausrichten. Und wenn eure Einstellung in dem einen oder anderen Punkt davon abweicht, wird Gott euch auch darin die nötige Klarheit schenken.
Doch von dem, was wir bereits erreicht haben, wollen wir uns auf keinen Fall wieder abbringen lassen!"5

So, und wenn Ihr Euch nun fragt, ob Gott uns schon die nötige Klarheit gegeben hat und wie unser Urlaub dieses Jahr nun aussehen wird? Hahaaaa, habt Ihr wohl gedacht Ihr neugierigen Leser! Das werde ich Euch zu gegebener Zeit an dieser Stelle wissen lassen! 

Seid gesegnet Ihr Lieben mit dem Wissen, dass Jesus uns vorangeht und wir nie falsch gehen können, wenn wir nicht nach hinten blicken, sondern nach vorne auf Ihn sehen!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch,
Eure IRMy

PS: Seht Ihr? Ich habe ganz vorbildlich meine Quellenangaben hier unten gemacht! milkysmile

Quellen:
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Katalanischer_Esel
2 http://de.wikipedia.org/wiki/FC_Barcelona
3 Paulus in "Die Bibel - Gottes Wort" Stelle: Philipper 3, 13
4 BZP aus K  ;)
5 Paulus in "Die Bibel - Gott Wort" Stelle: Philipper 3, 12-16







Samstag, 9. Februar 2013

Spiel des Lebens!


Wir haben ein neues Spiel entdeckt ... naja gut, wiederentdeckt. Schon seit Jahren hat es ein eher beschaulich ruhiges Leben im Spieleschrank gefristet, aber unsere beiden Jüngsten haben es wieder hervorgekramt.


Seit dem letzten Wochenende liegt es jetzt in Griffnähe, damit wir immer gleich loslegen können.

Auf kleinster Fläche spielt sich hier also ein ganzes Leben ab. Das Spiel des Lebens eben! Unsere beiden Jüngsten wussten auch genau, welchen Weg sie einschlagen würden, als es gleich zu Beginn um die Wahl "Karierre-Start" oder "Universität-Start" ging. Da das Regelheft schon lange abhanden gekommen waren, hatten sie sich so ihr eigenes System erdacht. Ob Karriere oder Uni, ganz egal, ziehen darfst Du Alles, auch wenn ein Diplom nötig wäre. Aber da sie fanden, der Weg über Uni ist länger, wurde eh dieser gewählt. Dass man dazu erstmal Geld von der Bank hätte leihen müssen, fand sich in den Hausregeln unserer Beiden nicht.

Folglich marschierten wir alle einträchtig ohne Schulden zu machen unseren Universitätsweg entlang, um dann durchaus auch Polizist oder Reiseleiter zu sein. Hey, ganz wie im richtigen Leben, heute ist einfach Alles möglich, oder nicht? War nicht immer so, wenn ich mich recht entsinne an "meine" Zeit - die ungefähr ein/zwei Jährchen zurück liegt!

milkysmile

Also gut, einträchtig hielten wir noch gemeinsam vor dem großen Stoppschild an: Jetzt ging es also los! Der "Run" auf die besten Gehaltskarten ging los, der Job war eigentlich nebensächlich. Egal ob Polizist, Lehrer oder Reiseleiter, Hauptsache man zog das Kärtchen mit dem versprochenen Mindestlohn von 120.000 "Geld". Da fällt mir auf, ich weiß gar nicht, wie das heißt beim SdL. ???

Ich habe mich mit einem "Gehalt" in Höhe von 50.000 Geld begnügen müssen. Selbstredend hatten alle anderen höhrer Saläre. Und fragt mich nicht wie, aber irgendwie habe ich es auch zielstrebig hinbekommen, immer die kleinsten Zahlen zu drehen am Drehrad des Lebens und zog schnell - nachdem dann alle noch beim Stoppschild für den Häuserkauf angehalten hatten - einsam weit ab meine Runden.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, das Spiel des Lebens geht an mir vorbei!

Kennt Ihr dieses Gefühl, wenn einem so ein Gefühl überkommt, man hätte diese Situation oder diesen Ort schon einmal gesehen, obwohl man weiß, man hat nicht? Ein Deja vu nennt man es auch. Was sich doch irgendwie gewichtig anhört: "Ich hatte ein Deja vüüüü!" Hui! Kriegt man doch fast ne Gänsehaut...

Wenn man sich dann durch Google-Übersetzer ein bisschen "schlau" macht, kann man schnell erfahren, das "deja vu" einfach "bereits gesehen" heißt. Fand ich lustig, hatte ich mir nämlich vorher noch nie Gedanken drüber gemacht.

Also gut, wenn ich also so an mein Spiel des Lebens vom letzten Wochenende dachte, überkam mich so ein "Deja-vu-Gefühl" Alle zogen eifrig an mir vorbei, voller Stolz traffen fast alle mehrfach genau den Punkt "Zahltag", was nach ihren Regeln bedeutete, sie bekamen die Zahlung doppelt! Und ich hatte schon Mühe überhaupt voran zu kommen, geschweige denn doppelten Zahltag zu erleben. Voller Freude "bekamen" meine Jungs Nachwuchs und setzten die entsprechenden Männchen in ihre Autos. Unser Vierter konnte sich nicht verkneifen, unseren Jüngsten darauf aufmerksam zu machen, dass er - wenn wir denn im Spiel des Lebens wohnen würden - leider keinen Platz mehr in unserem Auto hätte. Außerdem wies er meinen Besten und mich darauf hin, dass es doch irgendwie komisch wäre, dass wir für das Spiel jeweils einen anderen Partner gewählt hätten. Naja, wir versprachen ihm, diese "Ehen" würden wir sofort nach dem Spiel wieder annulieren lassen.

Voller Stolz legten meine Mitspieler schlechter bezahlte Jobs ab, um neuere und bessere zu erhalten ... das Schild "Tausche mit einem Mitspieler" wurde kurzerhand umgeregelt in: "Wähle aus drei gezogenen Gehaltskarten die Beste aus!", damit auch unser Jüngster durchhalten konnte bis zum Schluss ohne in Tränen auszubrechen. Sie freuten sich, jubelten und gingen ihren Weg. Eifrig wechselten Geldscheine ihre Besitzer, zwischendurch einander vergleichend, wer denn nun mehr Kinder, mehr Haus, mehr Geld hätte. 

Immer wieder warfen meine beiden Jüngsten mir einen mitleidigen Blick zu, betrachteten mein winziges Häufchen "Bares" und versuchten mir aufmunternde Worte zuzusprechen wie z. B.: "Soooo wenig ist das doch gar nicht!" oder so weise "Jeder kommt mal an beim Spiel des Lebens." oder auch eigenartig herausfordernd "Ich hab dich trotzdem lieb!" ??? War ich etwa in der Gefahr, ob meiner Unfähigkeit mein Spiel des Lebens erfolgreich zu bestreiten, auch ihrer Liebe verlustig zu gehen? Naja, ich glaube nicht wirklich!

Nur mein Bester grinste triumphierend vor sich hin, niemals einen Zahltag übersehend und schon gar nicht rücksichtnehmend auf mich. Fragt mich nicht, wie er es geschafft hat, aber bestimmt bei jeder zweiten oder dritten Drehung des Rades kam er wieder genau auf Zahltag und raffte seine doppelt ausgezahlten Scheinchen an sich. *grrrr*

milkysmile

Hatte ich schon mal von dem Spielverhalten meines Besten und mir erzählt?

Muss ich jetzt einfach kurz einflechten, weil's so gut zum Thema passt! Mein Bester und ich haben das Miteinanderspielen erst mühsam lernen müssen! Ganz ehrlich, ich gestehe es, wir können Beide nicht verlieren. Konnten wir noch nie und ob Ihr es glaubt oder nicht, ein Spieleabend kurz vor unserer Hochzeit hätte fast zur Absage derselbigen geführt.

Der Hauskreis in den ich damals ging, hatte unser Spielunvermögen mitbekommen und in dem Bestreben, uns etwas "Gutes" zu tun, schenkten sie uns ein Spiel aus einer christlichen Buchhandlung. Verzeiht mir, sollten die Urheber, Erfinder oder was auch immer dieser Gattung Spiele hier zufällig mitlesen ... meinem Besten und mir hat es sich leider nicht erschlossen, die positiven Eigenarten dieses Spieles zu ergreifen, geschweige denn umzusetzen. Und auch meinem Hauskreis machen wir keinerlei Vorwürfe, ich glaube, sie kannten das Spiel auch nicht, und hatten sich nur von der "kooperativen Verpackung" täuschen lassen!

Das ganze nannte sich eben so: "Ein kooperatives Spiel über die ersten Christen"! Das war sozusagen der Untertitel, der Titel war "Unterwegs mit Paulus". Hört sich doch erstmal gar nicht so schlecht an, nicht wahr?

Wohoooo, Ihr Lieben, ich kann mich nicht erinnern, ob wir uns jemals mehr gestritten haben als bei diesem Spiel!!! Wahrscheinlich waren wir Zwei nur nicht in der Lage, die tiefgeistliche Dimension dieses Spieles zu ergreifen - zum damaligen Zeitpunkt - aber ich konnte es einfach nicht verwinden, dass mein Bester ständig als Apostel sämtliche Orte für sich einnahm und missionierte, während es mir vorbehalten blieb, den Märtyrertod zu sterben!!! Ist doch aber auch frustrierend ... *grummelbrummel*

milkysmile

Na und überhaupt, mein Bester hat einfach so ein Händchen fürs Spielen. Ich habe wirklich nur in wenigen Spielen - in der Regel müssen das Glücksspiele sein, damit ich auch mal Glück habe - die Möglichkeit, zu gewinnen. Strategiespiele? Unmöglich! Nur bei meinem großen Bruder kam er an Grenzen. Ich erinnere mich nur zu gut an ein Wochenende - noch bevor wir Kinder hatten - an dem mein großer Bruder und seine Frau uns besuchten! Wohlwissend, dass sowohl wir Zwei und auch meine Schwägerin und Bruder nicht gerne verlieren, wagten wir es doch zusammen Malefiz zu spielen! Kennt Ihr diesen Spielklassiker? Bei dem man so weiße Spielsteinchen hat, die man den anderen immer wieder vor die Nase setzt?



Autsch, kann ich nur sagen! Wir verbrachten einen Abend gemeinsam mit unseren Gästen im verbissenen Schweigen, nur mein großer Bruder trug ein leichtes Grinsen im Mundwinkel, wir anderen sprachen an dem Abend kein Wort mehr miteinander.

Achja, unsere frühen Jahre, bin ich versucht zu sagen! Doch, doch, Ihr Lieben, wir haben es gelernt zu spielen. Wir sind älter und weiser geworden, aber ganz bestimmt! Jahrelanges Training in unseren Urlaubszeiten, zu denen - seit wir Kinder haben - immer meine Eltern mitkamen, haben uns bei nächtelangen Rommé-Wettkämpfen gelehrt, mit dem Verlieren umzugehen. Mein Bester und mein Vater waren starke Gegner, da mussten meine Mutter und ich so manche Herausforderung meistern. Aber das Schöne war und ist immer gewesen, uns trägt eine Liebe zueinander, die das auch aushalten kann.

Mittlerweile kreigen wir das mit dem Spielen - meistens - ganz gut hin!

 milkysmile

Zurück zum Spiel des Lebens. Mich überkam beim Spielen so der Gedanke, dass es doch oft so scheint im Leben. Man hat das Gefühl, die anderen ziehen an einem vorbei und man schafft es einfach nicht, den Anschluss zu finden. Alle wirken so erfolgreich und scheinen alles im Griff zu haben. Und man selbst dreht höchstens mal eine Drei und müht und ackert sich über die einzelnen Felder des Lebens. 

Interessanterweise, ist mir dabei dann aufgefallen, je mehr ich vertieft darauf geschaut habe, wo die anderen sind, welche Felder sie treffen, wie groß ihr Geldhaufen ist und wie schnell sie vorankommen, desto häufiger habe ich vor lauter auf sie schauen meine eigenen "Zahltage" übersehen. Ich war ständig auf die anderen fixiert, anstatt auf das zu achten, was ich hatte oder wann ich dran war. 

Letztes Wochenende hatten wir Leiterschaftsschulung in unserer Gemeinde und das Thema war unter anderem, um es mit kurzen Worten zu sagen: Martha und Maria. Ihr Bibelkundigen kennt die Gechichte aus der Bibel, in der Martha Jesus herausfordern will, ihre - augenscheinlich faule - Schwester aufzufordern, ihr - der fleißig ackernden - Maria zu helfen. Jesus hat sie da - in absoluter Liebe - darauf hingewiesen, dass es nicht um das ackern geht, sondern darum, zuerst zu Ihm zu kommen und von Ihm zu hören. Martha sollte also auch nicht auf Maria schauen und darüber lammentieren, dass es ihr viel schlechter als ihr ging, weil sie nicht die "Freiheit" hatte, nichts zu tun. Sondern sie sollte auf Ihn schauen und darauf, was Er für sie parat hatte. Nachzulesen in Lukas 10, 38 ff.

Manchmal sind wir so damit beschäftigt, die anderen um uns herum zu beobachten und aufzupassen, ob uns jemand einen Schritt voraus ist. Ob sie besser "dastehen" und angesehener sind als wir, dass wir ganz vergessen, auf das Gute in unserem Leben zu achten. Das gibt dann so einen ungesunden Kreislauf. Wenn wir nicht mehr dankbar sind, für das, was wir haben, für das Wunderbare, das Gott in uns hineingelegt und für uns vorbereitet hat, dann werden wir immer leichter in der Gefahr stehen, verbissen nur noch unsere Runden zu drehen und mit verkniffenen Mundwinkeln missbilligend auf unsere "Gegner" zu achten. Da will ich doch lieber das Gute wählen wie Maria und mich zu den Füßen Jesu niederlassen, um auf Ihn zu hören. 

Tja und weil ich ja lernfähig bin, ließ ich mich bei meinen einsamen Runden dann plötzlich gar nicht mehr stören. Ich freute mich mit meinem Jüngsten, der fleißig voranzog und sich von seinem Bruder und Vater nicht abhängen ließ und immer gerade so den Anschluß hielt. Ich ließ mein kleines Häufchen Geld Geld sein und durfte, nachdem die anderen drei alle laut jubelnd die Ziellinie überfahren hatten einige Male an der Scheibe drehen, bis ich es denn doch noch endlich ins Ziel schaffte!

Und dann geschah eigentlich das Unglaubliche! *ggg* Während mein Vierter und mein Bester ehrgeizig und zielstrebig bei jeder großen Zahl jubelten und johlten und sich des Sieges immer gewisser wurden, machte sich mein langsames Vorwärtskommen bezahlt. Ohne es zu realisieren hatte ich, durch mein häufiges Anhalten, ein ganz ansehnliches Häufchen "Lebensstil-Kärtchen" angesammelt. Und die darf man doch erst am Ende ansehen. Und was soll ich sagen? Diese kleinen unscheinbaren Kärtchen katapultierten mich doch tatsächlich an den zweiten Platz hinter meinem Jüngsten als Ersten!!! Mein Bester und Vierter mussten sich plötzlich mit den Plätzen Drei und Vier begnügen.



Womit sich auch mal wieder eine biblische Wahrheit bewiesen hätte, siehe Lukas 13, 30:

"Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein."

Unbemerkt von mir, hatte sich mein kleines Schätzlein angesammelt und dieses "Bild" will ich mir auch für mein Leben immer mehr zu Herzen nehmen. Ich will, um es mit einem weiteren Wort der Bibel zu sagen, meinen Schatz im Himmel sammeln und nicht auf die Schätze der anderen achten. Und mir vor allem entspannt die Zeit nehmen, zu den Füßen meines Herrn zu sitzen, um auf Ihn zu hören!

Soviel mal für heute, seid, während Ihr Eure Runden zieht, gesegnet von dem Einen, der Euer Leben überhaupt erst ins Spiel gebracht hat!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch,
Eure IRMy


















Mittwoch, 23. Januar 2013

Kindermund tut Wahrheit kund!

Ooooh ja! Und meistens tut dieser Kindermund dies in Augenblicken, in denen uns gerade diese Wahrheiten so ganz und gar nicht recht sind. Oder nicht?


Ich erinnere mich noch gut an eine Begebenheit mit meiner Mutter und meiner kleinen Schwester, da ging es um Hosen und ... um meinen familiären Frieden nicht zu beeinträchtigen, Ihr Lieben, behalte ich diesen Kindermund meiner kleinen Schwester lieber für mich!

/hmm

Aber natürlich habe auch ich schon die eine oder andere Situation erlebt, in der ich mir gewünscht hätte, meine Nachkommenschaft wäre etwas weniger mitteilungsbedürftig. Und nicht immer - ehrlich jetzt - stimmt das, was sie so von sich geben. Ich weiß noch sehr gut, wie eine liebe Freudin interessiert bei mir nachfragte, ob es denn stimmen würde, was mein Vierter so an pädagogisch wertvollen Erfahrungswerten aus unserem Hause weitergeben hatte. Er hatte sie sehr nachdrücklich und überzeugend darüber aufgeklärt, dass ich ihm, wenn er abends müde werden würde, gerne mal ein Glas eines braunen koffeinhaltigen Kohlesäurengetränkes verabreichen würde, damit er noch ein bisschen länger wach bleiben könne. Jetzt sagt bloß, dass macht Ihr nicht so? Welche von Euch erfahrenen Müttern ist nicht froh und dankbar, wenn sie abends ihre lieben Kleinen - trotz Müdigkeit - nicht noch ein bisschen zur Freude aller wachhalten kann???
Colaflasche


Ebenselbiger Sohn hatte auch einmal an einem Montag in der Schule voller Stolz verkündet, er hätte das ganze Wochenende von morgens bis abends gespielt an einem bekannten elektronischen Spielgerät, das an unseren Fernseher angeschlossen ist. Dass diese Spielzeiten relativ übersichtlich von uns eingeteilt sind, war ihm augenscheinlich entfallen. Leider hatte diese Lehrerin beschlossen, unserem Sohn zu glauben, ohne unsere Einwände ernst zu nehmen. Da lobe ich mir doch den weisen Spruch einer ihrer Kolleginnen die an einem Elternabend die Eltern bat: "Bitte glauben sie nicht alles, was ihr Kind zu Hause von der Schule erzählt! ... Im Gegenzug glaube ich ihrem Kind auch nicht alles, was es hier von zu Hause erzählt!" Das nenne ich doch mal eine schlaue Einstellung, aber leider ist diese nicht so häufig anzutreffen.

Die Momente, in denen uns hingegen der tatsächliche Wahrheitsgehalt unserer Kinder nicht immer so recht ist, sind aber dann doch meistens die, in denen sie unbedarft die Wahrheit weitergeben, die uns peinlich ist. Die kleinen Geheimnisse, die wir so gerne für uns behalten würden. 

Wenn dann z. B. ein Sohn fröhlich beim Kaffeetrinken mit Gästen erzählt, dass Mama das Treppenhaus hinten mit Wäschekörben etc. so vollgestellt hätte, dass er kaum noch die Treppen hochkäme. Oder ein anderer Sohn mit großen Augen einen Blick an die Decke wirft, mit einem kleinen Pummelfinger nach oben zeigt und lautstark veründet: "Spinne!" Woraufhin sich die Blicker ALLER Anwesenden nach oben wenden und die vom vorherigen Putzen schon entnervte Mutter feststellt, dass sie justament diese eine Ecke an der Decke übersehen hat und ein längerer Staubfaden dekorativ nach unten hängt. *seufz*

Ach ja, ich denke, die eine oder andere von Euch könnte noch zahlreiche derartige Kindermundweisheiten hier weitergeben. Wäre warscheinlich eines Extra-Blogs würdig!

Manchmal treffen einen solche Aussagen der lieben Kleinen allerdings erstmal ganz schön. Wie mir letztens passiert, als mein Jüngster völlig ohne Vorwarnung beim Hausaufgabenmachen neben mir sitzt, mich nachdenklich ansieht und plötzlich sagt: "Also ... die beste Mama bist du aber nicht!" 

Ohoooo, das traf einen Nerv! Ihr erziehungsbewanderten und pädagogisch wertvollen Vorzeigemütter verzeiht mir bitte meine umgehende Reaktion daraufhin: "Na, der beste Sohn bist du aber auch nicht!" Autsch! Ich weiß, ich weiß, ich höre Euer entsetztes Einatmen und im selben Moment, als es meinen Lippen entfleuchte, wollte ich es schon wieder zurückholen. Mit Entsetzen erkannte ich die Weisheit jener Bibelstelle in der Lutherausgabe:

Sprüche 12, 18

"Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung."

Wie sehr diese unbedachten Worte gestochen hatte, erkannte ich in dem Moment, als meinem Kleinen sämtliche Gesichtszüge entgleisten und unkontrollierte Schluchzer ihn schüttelten, während Tränensturzbäche seine Wangen hinunterrannen. Woraufhin ich ihn sofort auf meinem Schoß zog und versicherte: "Aber du bist doch mein allerbester J.....!!!"

Unter Hicksern war seine Antwort: "Aber es ist doch WAHR!"

Auf mein vorsichtiges Nachfragen, warum er dies so empfände, war seine Antwort: "Wenn du schimpfst ... dann wird deine Stimme immer so dunkel!" 

Traurigerweise musste ich mir eingestehen, dass er ja recht hatte. Wenn ich schimpfe, dann wird meine Stimme schon sehr durchdringend. Bei fünf Söhnen ist das durchaus auch hin und wieder angebracht, um zu ihnen durchzudringen, aber mein Jüngster war schon immer ein "Seelchen", wie man bei uns sagt. Ein empfindlicheres Kind, wenn es um Schimpfen oder Kritik ging. Und seither bemühe ich mich, ihn - wenn nötig - mit zwitschernder Fistelstimme zu maßregeln.

Nachdem eine Weile darüber vergangen war, ist mir dann aber doch noch eine tiefe Erkenntnis zu dieser Wahrheit meines Sohnes gekommen. Eigentlich waren seine Worte auch ein Liebesbeweis! Wie, fragt ihr? Naja, ist doch klar, wenn er sich meiner Liebe nicht absolut sicher gewesen wäre, hätte er niemals die Freiheit gehabt, so etwas zu mir zu sagen. Nur, weil er wußte, meine Liebe zu ihm wird nicht aufhören, konnte er mir eine unangenehme Wahrheit sagen. Das hat mich dann doch wieder damit versöhnt!


Eine andere Begebenheit fällt mir auch noch ein. Letztens habe ich abends wie üblich meinen beiden Jüngsten einen kleinen Text vorgelesen aus einem Andachtsbuch für Kinder. Immer am Ende des Textes gibt es eine Woche lang einen Lernvers, den die Kinder sich durch das Wiederholen besser einprägen können. In diesem Vers ging es um Buße. Mein Jüngster sah mich fragend an und meinte: "Mama, was ist Buße?"

Woraufhin ich zu einem kleinen Exkurs ausholte und mit vielen Worten umständlich versuchte, zu erklären, was Buße denn bedeuten würde. Immer hoffend, dies meinen beiden Jungs irgendwie kindlich nahebringen zu können. Nach langen Minuten des Erklärens, wußte ich einfach nichts mehr, womit ich es ihm noch hätte begreiflich machen können. Er warf einen kurzen nachdenklichen Blick zur Decke, dann zu mir und meinte ganz knapp: "Aha, dass ist wie 'Entschuldigung' sagen zu Gott!"

Wow, hätte man es nicht besser ausdrücken können? Kurz, prägnant, punktgenau! 

Leise schmunzelnd und den Kopf über mich selbst schüttelnd gab ich ihnen Gute-Nacht-Küsse und verlies ihr Zimmer. Aber es hat mich doch noch bewegt und mir wurde wieder neu bewußt, was diese Bibelstelle bedeuten könnte:

Matthäus 18,

"Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich."

Wenn wir nicht werden wie die Kinder und Wahrheiten so erkennen und wahrnehmen, wie sie gemeint sind. Ohne groß lang ausschweifende Worte darüber zu verlieren. Einen Glauben haben, der - wie mein Sohn oben auch gezeigt hat - sich der Vaterliebe  einfach sicher ist, ohne sie zu hinterfragen. Dann kann ich auch ohne Scheu zum Vater kommen und mein Innerstes offenbaren, was Er nebenbei bemerkt eh schon kennt. Aber wenn ich wie ein Kind zu Ihm komme, mache ich mir darüber gar keine Gedanken. Ich habe eine kindliche Sicherheit und Vertrauen, dass Er mich liebt und ich nicht erst irgendwie etwas leisten müsste oder mich verändern müsste, dann würde ich in kindlicher Freiheit Seine Nähe suchen und mich an Seine Hand klammern, wenn die "Welt" mir Furcht einjagen will.

Wenn ich meine Kinder beobachte und sehe, mit welcher Selbstverständlichkeit sie mit meiner Liebe zu ihnen umgehen, dann kann mir das durchaus etwas zeigen. Dann bekommt diese Bibelstelle ganz neu Leben in meinem Alltag und der Blick auf meine Kinder schenkt mir einen neuen Blick auf meinem Vater. Dann brauche ich mich nicht zu verrenken und gewichtige Rituale abhalten, um Buße zu tun und diese auch zu zeigen, dann reicht es einfach, wenn ich in Seine Gegenwart komme und von Herzen sage: "Entschuldigung, Papa!" 


Dann wird Er mich auf Seinen Schoß ziehen und sagen: "Ich habe Dir schon lange vergeben, weil ich Dich liebe, Kind!" Und ich werde befreit auflachen, mich von Seinem Schoß winden und in neuer Sicherheit wieder an meine Tagewerk gehen, in dem Wissen, mein Vater ist da und Er liebt mich!

Dieses unkomplizierte und einfache Verhalten wünsche ich mir eigentlich ständig. Dumm, dass Erwachsensein immer so kompliziert ist oder zu sein scheint. Oder?

In diesem Sinne Ihr Lieben, wünsche ich Euch wie mir die Leichtigkeit einer unverfälschten kindlichen Liebe zu unserem Vater im Himmel, der immer mit offenen Armen auf uns wartet!

Seid gesegnet, ich hab Euch lieb und Jesus auch,
Eure IRMy










Freitag, 21. Dezember 2012

Weihnachts-Post 2012

Ja, schon ist es wieder soweit ... es weihnachtet sehr!

Die letzte Adventswoche nähert sich mit großen Schritten dem Heiligen Abend und es ist wohl an der Zeit wieder ein paar Worte zu Weihnachten zu schreiben.

Irgendwie ist es schon erstaunlich, ich finde, je älter ich werde, umso schneller kommt Weihnachten. Das fing schon mit der Adventszeit an, als meine Kinder am 01. Dezember vorsichtig nachfragten, ob ich denn dieses Jahr gar nicht für den Advent schmücken wolle. Hektisch holten wir den Karton mit dem entsprechenden Equipment unter dem Treppenabsatz hervor und vor allem meine zwei Jüngsten machten sich mit Hingabe und großem Enthusiasmus ans Werk, ihre Kunstwerke aus Kindergartenzeiten im ganzen Erdgeschoss zu verteilen und hier und da Lichterketten aufzuhängen.

Noch kurz vorher gab es innerhalb der Familie eine Umfrage, wie wir es dieses Jahr mit dem Adventskranz halten wollten. Da mein Bester der Meinung war, wir müssten dieses Jahr endlich einmal anfangen, ein bisschen verhaltener mit unseren finanziellen Mitteln umzugehn, schlug er vor, aus einem Holzklotz eine neue Familientration zu gestalten. Ein Klotz, vier Nägel, vier Kerzen, vielleicht noch ein zwei Sternchen oder Schleifen ... so seine Vorstellung.



Hoppsala dache ich, das kann doch nicht sein Ernst sein. In Erwartung, dass die Kinder ebenso wie ich über diesen "hölzernen" Vorschlag denken würden, stellte ich es als Abstimmung in die Runde. Die vier Großen meldeten sich umgehend zu Wort: "Finden wir eine super Idee!" Nur der Jüngste sah mich fragend an, dann seine vier Geschwister, seinen Vater und zuletzt wieder mich und meinte mit zaghafter Stimme: "Ich stimme für Mama!" Mein Mutterherz war gerührt, aber natürlich wollte ich ihn nicht beeinflussen, also bot ich ihm an, dass er wirklich sagen dürfe, was er sich wünschen würde. Das schlaue Kind entschied sich dann zu einer Enthaltung, nachdem ich meinem Besten bereits einen vorwurfsvollen Blick zugeworfen hatte.

Tja, was soll ich sagen, es ergab sich nun aber gerade zwei Tage vorher, dass mein Bester immer noch keinen Klotz gestaltet hatte, ich aber - natürlich wegen etwas anderem Wichtigen! - in den in unserem Ort ansässigen Gartenmarkt musste. Ehrlich jetzt! Das war wirklich völlig unbeabsichtig geschehen. Aber wie ich doch schon mal dort war, tat sich vor mir - da wirklich nur ein paar Tage vor dem 1. Adventssonntag - sozusagen ein Adventskranz-Sonderangebot-Eldorado auf! Mit einem großen knallroten Sonderaktionspreisschildchen dran blinzelte mich genau so ein Adventskranz an, wie ich sie so gerne habe. Mit verschiedenen grünen Zweigen und in genau der richtigen Größe!



Ihr Lieben, hättet Ihr widerstehen können?

Ich gestehe, ich konnte es nicht. Der Kranz war wirklich, wirklich ein Schnäppchen, was hätte ich tun sollen? Er sprang förmlich in meinen Einkaufswagen. Zuhause habe ich ihn dann erstmal fürsorglich auf der Terrasse versteckt. Und nachdem mein Bester am Samstag vor dem 1. Adventssonntag immer noch keinen Adventsklotz gebastelt - oder sagt man gehandwerkt? - hatte, wagte ich vorsichtig einen Vorstoß: "Du, Schatz, könnte sein, dass wir da auf der Terrasse einen Adventskranz liegen haben..." Ach ja, nach 20 Jahren Eheleben kennt mein Bester mich halt doch, lächelnd holte er aus der Adventskiste den großen goldenen - dem AdventsKRANZ vorbehaltenen - Teller hervor und meinte nur: "Dann halt nächstes Jahr!"

So überraschend wie die Adventszeit anfing, ging sie jetzt auch irgendwie zu Ende, finde ich. Ich fühle mich noch so gar nicht bereit für Weihnachten und die Feiertage und überhaupt und so. Dabei muss ich dann an das erste Weihnachtsfest denken. Ich stelle mir die Frage, ob Maria "bereit" war für Weihnachten? Kann ich mir nicht so wirklich vorstellen.

Wie so üblich liest man in der Adventszeit ja gerne mal die Weihnachtsgeschichte. Dieses Jahr fiel mir dabei ein Absatz besonders ins Auge, Lukas 1, 30 - 33:

"Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein."

Eine gewaltige Prophezeiung für ein Baby! Zumal Maria und auch ihr Verlobter ja nicht zur reichen und führenden Elite des Landes gezählt haben. Ob ihr in dem Moment wirklich bewusst war, was diese Worte bedeuten würden für sie, für ihr Baby, für das Leben aller Menschen? Ich weiß es nicht. Aber ich stelle mir die Frage, ob ich immer so bereit bin wie Maria, zu Gott "Ja" zu sagen, wenn er mir einen Auftrag gibt?



Ob Maria die Wahl hatte "Nein" zu sagen? Auch das weiß ich nicht. Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass ihr das ganze Geheimnis der wichtigsten Menschheitsgeschichte wirklich bewusst war. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass für sie in dem Moment mehr die Frage im Vordergrund stand, wie sie mit einer Schwangerschaft, ohne verheiratet zu sein, in ihrer Gesellschaft zurechtkommen sollte. Zu damaligen Zeiten war dies nicht gerade ein Kavaliersdelikt, sondern wurde durchaus heftigst bestraft.

Und trotzdem sagte sie "Ja" zu Gott und wurde somit die Frau, die Jesus - den HERRN der Herren - zur Welt brachte. Sein Leben glich - zumindest zu Seinen und Marias Lebzeiten - dann bestimmt auch nicht den Worten, die der Engel Gabriel ihr zugesprochen hatte, selbst seinen furchtbaren Tod am Kreuz musste sie miterleben. Wie wird es ihr damit gegangen sein? Auch das weiß ich nicht, ich weiß nur, wie eine Mutter fühlt. Eine Mutter, die sich das Beste für ihr Kind wünscht und alles dafür tun würde, damit es ihrem Kind gut geht.

Gleichzeitig war Maria nicht nur Mutter, sondern eine Frau nach Gottes Herzem und ich bin davon überzeugt, sie war mit dem Heiligen Geist erfüllt, anders kann ich mir ihre Hingabe und Bereitschaft nicht erklären. Ich will mich ganz bestimmt nicht vergleichen mit dieser Frau, die Gott selbst auserwählt hat, Seinen Sohn zu gebären und aufzuziehen. Aber ich wünsche mir ein bisschen mehr von ihrer Bereitschaft "Ja" zu sagen, wenn Gott eine Aufgabe für mich hat. Nicht immer erst zu zögern und meine Fähigkeiten zu prüfen, ob sie ausreichen, sozusagen die Vor- und Nachteile erst abzuwägen, um dann eine Entscheidung treffen zu können.

Ich wünsche mir, "Ja" zu Gott zu sagen, auch wenn ich persönlich in dem Moment nicht weiß, wie ich diese Aufgabe stemmen soll. Einfach Vertrauen zu haben, dass Gott speziell mich für die mir von Ihm vorgelegten Aufgaben ausgewählt hat. Und wie Maria zu erkennen, dass Er mich hindurchführen und Seine Kraft es in und durch mich vollbringen wird.

Warum ich in diesem Weihnachtspost Maria so im Mittelpunkt stehen habe? Das kann ich Euch verraten! An einem unserer Adventssonntage in unserer wunderbaren Gemeinde zu Beginn der mitreißenden Lobpreiszeit sang eine junge Frau ein Lied, das mein Herz berührt hat. Es ging um die Frage, ob Maria wußte, wer Jesus sein würde und was Er für die Welt bedeuten würde.

Das Lied heißt: Mary did you know?

Macht Euch bitte keine Gedanken, ich habe nicht vor jetzt einen neuen Marienkult zu beginnen. Nein, ganz bestimmt nicht. Ich weiß, dass alleine Jesus mein Heiland und Retter und der Heilige Geist mein Fürsprecher bei Gott meinem Vater ist. Aber das Lied hat mein Augenmerk ein wenig auf Maria - die Mutter - gelenkt. Und die obengenannte Bibelstelle hat dies vertieft. Und das sind für dieses Jahr meine Weihnachtsgedanken an dieser Stelle.

Jetzt bleibt mir nur noch, Euch von Herzen ein gesegnetes und erfülltes, ein besinnliches, friedvolles und auferbauendes Weihnachtsfest zu wünschen!



Ein Fest, bei dem wir uns auch im Hinblick auf 2013 wieder neu entscheiden dürfen, "Ja" zu den Wegen zu sagen, die unser Heiland uns führen will. "Ja" um bereit zu sein, mit einem demütigen Herzen wie Maria auf Gottes liebevolles Reden zu hören, es anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass es gute Wege sein werden, auch wenn uns die Konsequenzen nicht bewusst sind oder der Überblick fehlt.

Ich hänge Euch unten noch einen Link an. Leider habe ich keine Aufnahme der jungen Frau aus unserer Gemeinde, die dies auf wunderbare Weise berührend vorgetragen hat. Aber ich hoffe, Ihr freut Euch daran und lasst Euch damit auf das Weihnachtsfest einstimmen. Der Text wird in der Aufnahme angezeigt.

Seid nun herzlich gegrüßt, lasst Euch erfüllen von der Weihnachtsfreude, die mit einem Baby in die Welt kam, freut Euch an dem Lichterglanz in der dunklen Weihnachtsjahreszeit, was nur ein winziger Abglanz des göttlichen ewigen Lichtes ist, und lasst Euch auf eine tiefe Begnung ein mit dem Einen, dem einzigen Gott, der uns durch Weihnachten als Mensch ganz nah gekommen ist!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch,
Eure IRMy

 






Sonntag, 16. Dezember 2012

Das's aber hart ...

... oder wie auch "geflügelte Worte" unser Leben beeinflussen!

In letzter Zeit hat es mich wieder gepackt, es fing mit einem Zucken in den Fingern, mit Gedankenblitzen, Wortfragmenten, einem gespannten Hände über den Tasten schweben lassen und überhaupt mit ein bisschen Wehmut an. Ein Wunsch nahm immer mehr Gestalt an, nachdem ich "zufällig" mal wieder auf meinem Blog vorbeischaute. Fast schon ein Schreck durchzuckte mich: WAAAAS? Der letzte Blog ist tatsächlich ein Jahr her? Das's aber hart!

Diesen Ausspruch haben irgendwie unsere Söhne in unseren famileneigenen Wortschatz eingeflochten. Ich habe mir erklären lassen, dass er einer nicht wirklich sehenswerten Doku-Soap entnommen ist ... allein ... der Wortklang, der Rhytmus der Worte geht einem realativ leicht über die Lippen und ist in vielen Situationen anwendbar. Unmerklich ist auch mir dieser Ausdruck zu eigen geworden, ob er passt oder nicht.

:-?

Ein anderes "geflügeltes Wort" ist bei uns: Schleswig-Holstein!

Wie bitte? Schleswig-Holstein? Was soll daran ein Wort, geschweige denn geflügelt sein? Ich höre Euer Fragen, gebt mir ein bisschen Zeit, es zu erklären!

Vor ein paar Jahren waren wir als ganze Familie in ... richtig ... Schleswig-Holstein, an der Nordsee um genau zu sein, und haben eine Kur genossen. War richtig schön und hat uns gut getan. Natürlich war am schönsten für mich, dass ich mich um nichts kümmern musste. Die Kinder waren den ganzen Tag versorgt, das Essen wurde gekocht und serviert, kein Abwasch wartete, lediglich ab und an musste man ein bisschen Unterwäsche im hauseigenen Wasch- und Trockenraum zur Weiterbenutzung aufbereiten.

Zu dem kam eine wundervolle Landschaft hinzu, die mich faszinierte. Ich selbst komme aus dem Bayrischen, genauer gesagt, dem Fränkischen. Ihr lesenden Franken verzeiht mir, aber letztendlich können wir den Umstand, dass Franken geografisch in Bayern liegt, einfach nicht auf Dauer verheimlichen. Und, wer das Fränkische kennt weiß, Franken besticht nicht durch seine flache Weite. Ebenso wohnen wir jetzt in einem Zonenrandgebiet, nahe einem südlich von uns gelegenen eidgenössischen Staat, und beides "glänzt" nicht gerade mit Ebene, sondern besticht eher durch erhabenen bis zuweilen wolkenkratzendem Charme.

Das heißt, die Weite, die Ebene, das Flache ist für mich hügelaufundabgewohnte Süddeutsche ein ungewohnter Anblick. Wie ich schon das eine oder andere Mal erwähnt habe Ihr Lieben, ich liebe das Meer! Das lässt meiner Meinung nach darauf schließen, dass in mir wohl ein Wunsch nach gerade dem schlummert, das ich nicht haben kann. Wie dem auch sei, ich fand Schleswig-Holstein einfach wunderschön. Dieser "Landstrich" mit der Weite, die einem fast den Atem raubt ... na gut, ich muss zugeben, oft war es eher der nicht seltene Wind, der mir den Atem raubte ... diese Weite also, die hat mich fasziniert.

Apropos Wind, ich will nicht unterlassen hier kurz etwas einzuflechten und einen der freundlichen Hausmeister in unserer Kuranlage zu zitieren, der auf eine Frage meines Mannes antwortete: "Jo, wir ham hier 350 Toche Wind im Johr ... un der Rrrrest, is Sturm!" Wobei bekanntermaßen dort oben das St nicht mit Sch gesprochen wird, sondern schön betont auf st.

Wie dem auch sei, ich war also fasziniert und mit einem wehmütigen Auge saß ich bei der Abfahrt nach drei Wochen Wind und Wellen und Weite im Auto, ließ traurig meinen Blick schweifen und äußerte jene schicksalsschweren Worte: "Schatz, lass uns nach Schleswig-Holstein auswandern!"

Entsetzes Aufschreien von den hinteren Sitzen!

Ebenso ein ungläubiger Blick des neben mir am Steuer sitzenden Besten: "Was? Wie kommst Du denn darauf? Ist doch alles FLACH hier!!!"

Hah, da war sie wieder die Unterschiedlichkeit der Geschlechter! Was ich als Weite und Ruhe und Frieden empfand ... war für meinen Besten einfach nur flach.Was bleibt einem also anderes übrig, als zukünftig einfach von Wind und Weite und Ruhe und Frieden zu träumen und dabei einen flachen Landstrich vor dem inneren Auge zu haben!

Irgendwie ergab es sich dann, dass ich in Momenten der rotierenden Herausforderungen und des fast kollabierens im Alltagsgerenne und -getriebe lauthals Stossseufzer hören ließ, die meine Kinder unschwer als: "Oh man, ich will nach Schleswig-Holstein" erkennen konnten. Und, wie Ihr Euch vielleicht vorstellen könnt, im Laufe der Zeit kam dann von ihnen direkt, wenn sie ihre Mutter mit wirrem Haar und wildem Blick vor sich sahen, die Frage: "Mama? Willst Du wieder nach Schleswig-Holstein?"

Tataaaaa, ein neues "geflügeltes Wort" war geboren!

Und so gibt es doch unzählige Worte, die wir gebrauchen, aussprechen, uns zu eigen gemacht haben, ohne noch darüber nachzudenken, was sie vielleicht wirklich aussagen, oder?

Ich meine, ok, die zwei Aussagen "Das's aber hart!" und "Schleswig-Holstein" sind nun irgendwie ja auch wertneutral würde ich sagen. Aber wenn ich so weiter darüber nachdenke, dann fällt mir schon so das eine oder andere "geflügelte Wort" ein, dass zu meinem Sprachschatz gehört, wobei hier das Wort Schatz wohl zu hübsch gewählt für die Aussage dahinter scheint.

Ganz ehrlich, geht es Euch nicht auch so, dass Ihr z. B. in Momenten, die Euch an Eure Grenzen bringen so wie ich oft einen Seufzer ausstoßt wie z. B. "Ich schaff das im Leben nich...!" Oder auch mal: "Ich werd wahnsinnig!"? Oder einfach diese sich selbst erfüllenden "Prophezeiungen" wie z. B. Ich komme bestimmt zu spät! Ich hab mich bestimmt angesteckt! Oh nein, jetzt werden wir alle krank! Das kann doch gar nicht funktionieren! ... Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen!

Ihr kennt das nicht? Ehrlich jetzt?

Wenn Ihr Euch nicht angesprochen fühlt ... dann glaube ich das jetzt einfach mal. Und allen anderen mache ich den Vorschlag, passt doch in Zukunft auch mal ein bisschen hellhöriger auf, was Euch so alles von den Lippen geht. Ich könne mir vorstellen, Euch wird es wie mir gehen, seit ich mir die derzeitige Predigtreihe unserer Gemeinde wieder ganz neu hinter die Löffel geschrieben habe. *ggg* Auch so ein geflügeltes Wort.

Immer wieder fällt mir auf einmal auf, was ich da so alles an Worten von mir gebe, die ich nicht wirklich wortwörtlich meine und trotzdem verwende.


In der genialen Predigtreihe geht es um genau dieses Thema: Worte!

Worte sind nicht einfach nur "Schall und Rauch", Worte haben Auswirkungen. Bitte verzeiht, ich bin kein Prediger und kein Theologe, ich kann also nur mit meinen ganz einfachem Verständnis des Gehörten umgehen und dies auf meine Art und Weise weitergeben. Dabei versuche ich natürlich möglichst nah an dem zu bleiben, was uns unser genialer Pastor gelehrt hat. Aber letztendlich wird es immer auch meine subjektive Weitergabe sein. Wer mehr dazu hören möchte, der schreibe mich an und ich kann per E-Mail Auskunft geben, wo man diese Predigten im Original anhören kann! Was ich wirklich sehr, sehr empfehlen möchte! Denn ich möchte hier nicht lehren, nur weitergeben, was mich beschäftigt!

Also, es geht um das Wort bzw. die Worte, die ausgesprochen werden. Wenn ich mir die Thematik von der Bibel her ansehe, dann stelle ich recht schnell fest, dass das Wort auch da einen enormen Stellenwert hat. Schon im dritten Vers (also 1. Mose 1, Vers 3) können wir lesen: "Und Gott sprach..."

Man muss sich das mal vorstellen, Gott hatte sich gerade vorgenommen, die Erde und alles was darauf kreucht und fleucht zu erschaffen. Er tat dies allerdings nicht beschäftigt vor sich hin schweigend, still arbeitend. Nein, Er sprach! Und das erstaunliche an dieser Aussage ist ja, nachdem bzw. ich bin sogar versucht zu sagen indem Er gesprochen hatte, folgte die Reaktion: "...es WURDE!"

Und im Neuen Testament ist bei Johannes 1, 1 + 2 auch zu lesen:

"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott."

Schon wieder: das Wort! Ihr seht also, das Wort hat einen hohen Stellenwert! Das war von Anfang der Welt an so und ist es bis heute. Das kann man so in dem geschriebenen WORT Gottes lesen!

Stellt Euch doch nur mal vor, Ihr steht vor Euren Kindern und versucht ihnen ohne Worte nahezulegen, was sie als nächstes tun sollen. Natürlich kann man sie an den Ohren vor die auszuräumende Spülmaschine zerren und ihnen mit Gesten zeigen, was sie tun sollen. Aber ich glaube, Ihr versteht, was ich meine, oder? Grundsätzlich ist es wichtig, um unsere Beziehungen zu pflegen, um in Kontakt zu unseren Nächsten zu treten, dazu auch Worte zu verwenden. Und mir ist neu bewusst geworden, dass die Worte, die ich ausspreche einen Unterschied machen können.

Wenn ich die folgende Bibelstelle lese im Jakobus 3, 1 - 12 (HfA):

"Liebe Brüder und Schwestern! Es sollten sich nicht so viele in der Gemeinde danach drängen, andere im Glauben zu unterweisen. Denn ihr wisst ja: Wer andere lehrt, wird von Gott nach besonders strengen Maßstäben beurteilt. Und machen wir nicht alle immer wieder Fehler? Wem es freilich gelingt, nie ein verkehrtes Wort zu sagen, den kann man als vollkommen bezeichnen. Denn wer seine Zunge im Zaum hält, der kann auch seinen ganzen Körper beherrschen. So legen wir zum Beispiel den Pferden das Zaumzeug ins Maul und beherrschen sie damit. Und selbst die großen Schiffe, die nur von starken Winden vorangetrieben werden können, lenkt der Steuermann mit einem kleinen Ruder, wohin er will. Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet. Die Menschen haben es gelernt, wilde Tiere, Vögel, Schlangen und Fische zu zähmen und unter ihre Gewalt zu bringen. Aber seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift. Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf es bei euch nicht geben! Fließt denn aus einer Quelle gleichzeitig frisches und ungenießbares Wasser? Kann man Oliven von Feigenbäumen pflücken oder Feigen vom Weinstock? Ebenso wenig kann man aus einer salzigen Quelle frisches Wasser schöpfen."

Ich bin stark versucht "Das's aber hart!" zu sagen. Mir ist, nachdem diese Predigtreihe angefangen hat, wieder neu aufgefallen, wie verdreht und negativ unsere Ausdrucksform geworden ist. Naja gut, wenn ich die oben genannte Stelle lese, war dies wohl schon zu biblischen Zeiten so. Und trotzdem, Ihr mögt Euch erinnern, ich hatte es an anderer Stelle schon mal von der "neuen Umgangssprache" unserer Jugend. Seit ich also wieder vermehrt darauf achte, was ich ausspreche, fällt mir auch auf, was andere aussprechen.

Wenn ich dann Worte von Eltern über die eigenen Kinder sagen höre wie: "Das wird doch nichts!" oder "Ich glaub erst, dass du das schaffst, wenn ich es sehe!" läuft mir mittlerweile ein leichter Schauder über den Rücken. Aber ich will mich da selbst auch gar nicht außen vor lassen, erst letztens habe ich mich wieder ertappt dabei, wie ich den Kindern entgegenwarf": "Immer streitet ihr am Samstagmorgen! Könnt ihr euch eigentlich nicht mal friedlich verhalten? Immer und immer wieder hab ich euch das schon gesagt! Kapiert ihr es eigentlich nicht?" Bravo kann ich da nur sagen!!!


Möchte ich eigentlich, dass mein Wort ernstgenommen wird? Eigentlich ja schon! Ich möchte, dass man das, was ich sage hört und mir glaubt, dass ich es ernst meine. Was sollen meine Kinder also mit obengenannten Aussagen anfangen? Erschreckend, oder?

Da will ich mich wirklich verändern und verändern lassen, alleine schaffe ich es eh meistens nicht. Ich brauche da schon Unterstützung von Oben. Aber ich will mich selbst mehr in die Zucht nehmen und meine Zunge hüten, damit sie nicht Flächenbrände auslöst und nur verbrannte Erde hinterlässt. Ich will mich auch prüfen lassen, zu allererst durch den Heiligen Geist, dessen mahnende leise Stimme ich durchaus hören kann, wenn ich es zulasse. Aber auch von meinem Besten und meinen Kindern. Ich prüfe sie ja auch, indem ich nachfrage auf besonders "wertvolle" Aussagen: Wenn du das sagst?! War auch ein Tipp unseres Pastors ... aber ich habe schon gemerkt, da muss ich aufpassen wie und in welcher Situation ich diese Frage anwende. Denn, um es mit einem anderen geflügelten Wort zu bezeichnen: Getroffene Hunde beißen! Hab ich direkt erlebt! Vor allem dann, wenn mein Ton allzu gönnerhaft und nicht in Liebe daherkommt ... nur zum Beispiel.

Wenn ich mir also wünsche, dass meine Worte von den Menschen, die sie hören, ernstgenommen werden, wenn ich mir wünsche, dass ich positive Worte ausspreche, die anderen und mir zum Besten dienen, wenn ich den Segen wählen will und nicht den Fluch...

...dann kann ich nicht anders, als meine Zunge zu kontrollieren, um Gutes und Positives auszusprechen. Das fängt aber schon an, bevor ich spreche, nämlich womit ich meine Gedanken fülle. Sind sie mit guten Gedanken gefüllt, wird es mir auch leichter fallen, Gutes auszuprechen. Wenn ich mich anfülle mit Negativem, dann brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn ebensolches über meine Lippen nach außen fließt.

Denn das folgende Bibelwort zeigt mir das recht deutlich auf in Matthäus 12, 34:

"Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über."

In dem ganzen bin ich mal wieder froh und dankbar, dass ich nicht aus eigener Kraft Wunder vollbringen muss. Denn ein Wunder ist es, wenn aus einem Menschen Gutes kommt. Für diejenigen, die mit mir heute den Gottesdienst besucht haben, ist es klar, was ich damit meine. Aber darauf gehe ich jetzt nicht ein, ich versuche nämlich meinen Post jetzt zum Ende zu bringen. Und das wäre erneut Post-füllend!

Ich bin dankbar, dass Veränderung in mir schon passiert ist, weil Jesus zuerst mein Herz genommen und mir ein neues Herz geschenkt hat. Und dann, weil Er mich nicht alleine in dieser Welt zurückgelassen hat, sondern weil Er mir einen Helfer, einen Beistand, einen Tröster geschickt hat, ohne den für mich "gefallenem" Menschen keine Veränderung möglich wäre, Johannes 14, 15-18 (HfA):

"Wenn ihr mich liebt, werdet ihr so leben, wie ich es euch gesagt habe. Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt. Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für ihn und erkennt ihn deshalb nicht. Aber ihr kennt ihn, denn er wird bei euch bleiben und in euch leben. Nein, ich lasse euch nicht allein zurück. Ich komme wieder zu euch."

In diesem Sinne Ihr Lieben, das war jetzt vielleicht hart, aber ehrlich und von Herzen kommend und überhaupt nicht gönnerhaft gemeint. Ich wünsche Euch noch eine wunderschöne Schleswig-Holstein-Adventswoche und dass Ihr mit Freude auf Weihnachten zugeht.

Seid gesegnet durch den Helfer, Tröster und Beistand, der nur gute und auferbauende Worte des Segens für Euch hat!

Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure
IRMy




















Samstag, 24. Dezember 2011

Weihnachtsgruß 2011

So Ihr Lieben,

jetzt will ich doch wenigstens zu Weihnachten noch einmal posten...


Dieses letzte Jahr war für uns als Familie ein extrem herausforderndes Jahr, das uns viel Schönes und bisweilen völlig Neues beschert hat, aber auch Trauer über Zerbruch, der entstanden ist. In meinem letzten Blog hatte ich eine Parabel eingestellt, die Gott mir zu Schreiben aufs Herz gelegt hatte, als ich noch mit keinstem Gedanken daran dachte, dass sie so direkt und treffend in unsere Situation hineinspricht.

So schmerzhaft dies alles ist, spüren wir aber, wie Gott uns liebevoll in Seinen Händen trägt. Er ist in jeder Situation unseres Lebens Herr darüber. Deshalb dürfen wir still sein, ausharren und einfach darauf vertrauen, dass Er Neues schafft aus dem Zerbruch, den wir Ihm in die Hände legen.

Um dieses "Abgeben" unseres Zerbruchs geht es auch in angehängten Geschichte. Ich habe sie selbst als Weihnachtspost erhalten und sie hat mich total angesprochen, weil auch diese Geschichte wieder in unsere Situation spricht. Jesus, will für uns immer wieder alles neu und gut machen!

Wir als Familie sind jetzt unendlich gespannt, wie und wohin uns Gott in diesem Neuen Jahr, das so verheißungsvoll vor uns liegt, führen wird. Wissen aber, dass wir auch in diesem Jahr in Seinen Händen geborgen sein werden.

Und diese Gewissheit, dass Gott Herr in allen Situationen ist, wünschen wir auch Euch zu Weihnachten und zum Jahresende.
Wir wünschen Euch, dass Euch in dieser schnelllebigen, umtriebigen und auch stressigen Zeit Gott Seinen Frieden ins Herz legt und Ihr in Ihm zur Ruhe kommt. Und wir wünschen Euch, dass in dieser mit vielerlei künstlichen Lichtern erleuchteten Zeit, das Licht unseres Herrn Jesus in Eure Herzen scheint und Euch von Innen heraus zum Strahlen bringt!

Gesegnete Weihnachtstage und einen friedvollen Start ins Neue Jahr Euch Allen,

Seid gesegnet von dem, der Mensch wurde, um für Euch alles Neu zu machen!


Ich hab Euch lieb und Jesus auch!
 

PS: Mein Blog hat im letzten Jahr ja mehr oder weniger "geruht", um nicht zu sagen vor sich hingedümpelt. Ich hoffe sehr, dass sich dies im neuen Jahr auch wieder ändern wird. Unsere Engagements haben sich verschoben und somit sollte ich auch wieder mehr Zeit haben, um Euch das eine oder andere mal an unserem Familienleben teilhaben zu lassen.

Und hier nun die Weihnachtsgeschichte:



Alles darf wieder gut werden


-mehr als eine Weihnachtsgeschichte-


Als die Hirten schon lange gegangen waren und es still geworden war in der ärmlichen Hütte seiner Geburt, hob das Kind seinen Kopf und schaute zur Tür. Dort stand ein Junge, - verängstigt und schüchtern.

„Tritt näher“, sagte das Christkind, „warum bist du denn so ängstlich?“

„Weil ich dir nichts mitgebracht habe“, antwortete der Junge.

„Ich hätte aber sehr gerne etwas von dir“, meinte das Kind in der Krippe.

Da wurde der fremde Junge ganz aufgeregt.

„Ich habe nichts. Mir gehört nichts. Wenn ich etwas hätte, würde ich es dir geben...Hier,“ - und der Junge wühlte in den Taschen seiner zerlumpten Hose - „hier ist die Klinge eines alten Messers. Ich habe sie gefunden, du sollst sie haben!“

„Nein“, sagte das Kind, „behalte sie. Ich möchte etwas ganz anderes von dir. Es sind drei Dinge.“

„Gern“, sagte der Junge, „aber was?“

„Schenk mir dein letztes Bild, das du gemalt hast.“

Der Junge wurde rot und verlegen. Damit es nicht einmal Maria und Josef hören konnten, ging er mit seinem Mund ganz nahe an das Christkind heran:

„Aber das Bild war so schlecht, dass es niemand überhaupt nur anschauen mochte.“

„Eben deshalb“, sagte das Kind in der Krippe, „will ich das Bild haben.

Du sollst mir immer das bringen, was anderen an dir nicht gefällt, das was anderen in deinem Leben nicht genügt.“

„Und dann,“ fuhr das Christkind fort, „möchte ich deinen Teller haben.“

„Aber den habe ich heute zerbrochen,“ stotterte der Junge.

„Darum will ich ihn haben“, sagte das Kind in der Krippe.

„Du sollst mir immer das bringen, was in deinem Leben zerbrochen ist. Ich will es wieder ganz machen.“

„Und als Letztes“, sagte das Christkind, „gib mir die Antwort an deine Eltern, als sie dich fragten, wie du den Teller zerbrochen hast.“

Da wurde der Junge sehr traurig und flüsterte:

“Ich habe gesagt, ich hätte den Teller unabsichtlich vom Tisch gestoßen. Aber das war eine Lüge. In Wirklichkeit habe ich ihn im Zorn auf den Steinboden geworfen.“

„Das wollte ich wissen“, sagte das Christkind, „bring mir immer alles, was in deinem Leben böse ist, deine Lügen, deine Ausflüchte, deine Feigheit, deine Angst und Grausamkeit. Ich will sie dir wegnehmen. Du brauchst sie nicht.

Ich will dich froh machen und deine Schuld vergeben.

Von heute an kannst du jeden Tag zu mir kommen:

Denn für Leute wie für dich bin ich Mensch geworden, und alles darf wieder gut werden.“


Aus : Hoffen und Handeln