Donnerstag, 12. August 2010

Olééé olé olé olééé

Yeeehaaa ... es ist soweit! Wir sind kurz davor, in den Urlaub zu fahren. Zu Deutschlands neuem Lieblingsfeind! Nachdem sie es gewagt haben, die 11 Freunde aus dem WM-Hoch zu kicken. Davon lassen wir uns aber nicht abhalten und freuen uns auf Spanien ... das bedeutet Sonne, Wärme, Licht, Meer, Sand, Chillen (ich bin lernfähig), Abhängen, Zeit haben und für mich das Wichtigste: Lesen, Lesen, Lesen! 



Ich nehme mir immer stapelweise Bücher mit, die ich dann auch meistens alle durcharbeite in den Urlaubswochen. Tempo rausnehmen, abschalten, runterfahren ... das heißt für mich eben in der ersten Urlaubswoche fast permanent zu lesen, in jeder freien Minute mich in ein Buch vertiefen und abtauchen. Da kann es dann schon passieren, dass ich den Absprung nicht schaffe und bis nachts 2.00 Uhr/3.00 Uhr lese, einfach weil's doch so spannend und vor allem mitten in der Nacht so herrlich ruhig und ungestört ist! ;) Und es macht mir so gar nichts aus, weil wir nämlich in unserem Urlaub alle nur laaaaaangsam machen wollen und sich niemand daran stört, wenn wir lange schlafen und erst gegen Mittag anfangen mit Frühstücken. ☼
Hach, ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass es jetzt tatsächlich fast soweit ist ... morgen gehts auf die Reise und schon die Fahrt ist für uns Urlaub. Wir sind da genauso entspannt und unsere Kinder Fahrterfahren. Da wir vor allem nachts fahren, schlafen sie eh die meiste Zeit. Mein Bester und ich teilen uns die Strecke und haben da schon unsere fixen Punkte, an denen wir anhalten, tanken, wechseln usw. usw. Ein Hoch auf die Routine ... in dem Fall. Wir haben vor ein paar Jahren schon gemerkt, dass es uns gut tut, zu wissen, was uns im Urlaub erwartet. Dann können wir auch abschalten und uns erholen. Zuviel Umtrieb und Neues macht uns vorher zu nervös und unruhig. Und solange wir mit unseren fünf Jungs im Alltag so einen schnellen Lebensrhytmus haben, genießen wir das Vertraute im Urlaub. Wir kennen den Ort, das Haus, die Gegebenheiten, wissen wo wir was besorgen können, teilweise die Urlaubsnachbarn usw. Das gibt uns Gelassenheit, einfach weil wir uns weitestgehend auf nichts Neues einstellen müssen. So sind wir halt, andere haben andere Vorlieben und das ist auch in Ordnung so.

Wir sind dankbar, dass wir diese Möglichkeit als Familie haben, diese realtiv günstige Möglichkeit alle zusammen mehrere Wochen in den Süden zu fahren. Das ist nicht selbstverständlich und um so mehr genießen wir es und sind dankbar dafür. Dankbar bin ich auch, dass mein Bester und ich von Anfang an auch den gleichen Geschmack und die gleichen Vorstellungen von Urlaub hatten, wir mussten uns da gar nicht groß aufeinander einstellen. Das erleichtert Vieles! Schon bei vielen Freunden haben wir mitbekommen, wie die Urlaubsgeschmäcker da weit auseinandergehen und es immer vieler Kompromisse bedarf. Da sind wir wirklich froh, dass es uns schon immer ein leichtes war, den gemeinsamen Urlaub zu planen.

Einzig das Strandverhalten führt manchmal zu Reibereien! ;-) Wenn wir dann als Familie an den Strand pilgern und unser ganzes Equipement aufgebaut haben, breitet sich mein Bester immer sein Handtuch schön zur Sonne gewandt aus, legt sich drauf und ab sofort ist keine Regung mehr von ihm zu erwarten. Allenfalls manchmal ein leichtes gleichmäßiges Schnaufen... Und das hält er stunden lang durch, nur unterbrochen von gelegentlichen Abkühlungstauchern im Wasser. 

Ich sitze dann so auf meinem Strandschemelchen ... lese ... beobachte, achte auf die Kinder und würde mich eigentlich auch ganz gerne mal ein bisschen unterhalten. Aber so wie für mich Lesen abtauchen bedeutet, ist es für meinen Besten eben das Schlafen. Und so lasse ich ihm seine Schlafzeiten, ich will ja auch in Ruhe lesen dürfen. Und einer muss halt die Augen immer wieder mal bei den Kindern haben...

Da freue ich mich jetzt um so mehr, dass dieses Jahr in den letzten Wochen meine kleine Schwester mit ihrer Familie auch Urlaub macht in unserem Urlaubsort. Wir haben schon festgestellt, dass unsere beiden Besten gleiche Vorlieben haben. Mein Bester hat sein Handtuch am Strand, ihr Bester liebt es auf der Luftmatratze im Wasser zu schlafen. Somit haben meine kleine Schwester und ich ausgiebig Zeit am Strand miteinander zu Reden und die gemeinsame Zeit zu genießen. Sie wohnen halt sonst doch eine ganze Ecke entfernt von uns.



Ich freue mich so sehr, dass wir als Familie so einen engen Zusammenhalt haben. Meine fünf Geschwister, meine Mutter und ich stehen uns alle sehr nahe. Wir wohnen zwar nicht in unmittelbarer Nähe zueinander, aber wir sehen uns regelmäßig und genießen dann immer die Zeit miteinander. Das ist etwas, was ich auch meinen Jungs weitergeben will: Familienzusammenhalt.

Das kann man aber nicht produzieren. Ich glaube, viel Segen liegt darauf, dass meine Eltern und auch meine Geschwister mit ihren Ehepartnern so wie mein Bester und ich auch mit Jesus unterwegs sind. In aller Verschiedenartigkeit eint uns das auf jeden Fall! Nur wenn wir wissen, dass uns vergeben ist, können wir auch anderen vergeben. Und auch unter Geschwistern ist es immer wieder nötig, sich gegenseitig zu vergeben. Wenn wir wissen, wir sind geliebt, können wir Liebe weitergeben. Nur wenn wir angenommen sind, können wir annehmen. Und nur Jesus schenkt uns diese Fähigkeit der Annahme, Liebe und vor allem Vergebung! Wir durften da viel profitieren von dem "Vor-Leben" unserer Eltern, wofür ich sehr dankbar bin. Und ich bete und hoffe, dass mein Bester und ich trotz aller pädagogischer Fehlverhalten wir unseren Kindern auch etwas vorleben können, von dem, was uns hält und trägt.

Soviel mal für heute ... die leeren Koffer wollen gefüllt werden!!!
Außerdem habe ich mir schon von mehreren Seiten sagen lassen, meine Blogs wären immer so lang, dass sie bei anderen für 20 reichen würden!!! :)

Damit ich jetzt nicht noch mehr Zeit von Euch beanspruche sage ich jetzte einfach: ¡Ya nos veremos! Ya es hora de España.

Seid gesegnet mit erholsamer Freude und Wiederherstellung! Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure IRMy







Dienstag, 3. August 2010

Ferienzeit!!!

Juhuuuu, endlich haben die Ferien angefangen! Wir haben es geschafft, das Schuljahr ist über- und zur großen Freude und teilweisen Überraschung Aller auch BE-standen und die Ferienzeit hat begonnen. Wir fahren immer erst die letzten Wochen weg, haben deswegen ein bisschen "Warmlaufphase", denn wer kann von Tempo 200 schon direkt auf Null runterstoppen, ohne dass die Reifen quietschen?

Wir lassen es also langsam runterfahren, das normale Alltagsprogramm ...

Letzten Mittwoch war letzter Schultag. Am Freitag fand der lange angesagte, zweimal verschobene Kindergeburtstag, sorry, die Poolparty, von unserem Dritten statt. Wir hatten sie schon mal wegen dem Wetter verschoben, auf Freitag, weil da laut Wetterprognosen das Wetter gut sein sollte (vielleicht hätten wir nicht auf Kachelmanns Wetter hören sollen, der hatte da vielleicht nicht so den richtigen Ausblick!), was es aber nicht war.

Regen, Regen, Regen am Vormittag, fast ununterbrochen, die Poolparty kam ins Wanken. Die Vorstellung einer Horde Jungs bei Regenwetter in der Wohnung machte mich ganz kirre! Als es so schüttete und gewitterte ließ ich einen Stoßseufzer los: "Oh Nein, wie sollen wir denn da die Poolparty stattfinden lassen?" Ich hatte gerade meinen Jüngsten bei mir und der Süße meinte nur, dann beten wir halt! Sprachs, faltete die Hände und legte los: "Lieber Gott, bitte mach, dass es aufhört zu regnen, damit wir Geburtstag feiern können. Amen!" Total gerührt schmetterte ich mein "Amen!" dazu und hoffnungsvoll blickten wir beide nach draußen. Der Regen legte so richtig los! Ein wahnsinns Platzregen kam runter und ich machte mir schon Gedanken, wie ich das meinem Kleinen erklären würde, dass Gott eben nicht alle Gebete so umgehend erhört. Es schüttete echt wie aus Kübeln, so heftig hatte es schon lange nicht mehr geregnet ... und dann, auf einmal: STOPP! Es hörte auf zu regnen und fast umgehend fing die Sonne an zu scheinen! BOAH! Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder! Die Party konnte also doch stattfinden, nicht gerade im Pool, aber doch immerhin draußen.

Da die drei Mittleren am Samstag zu einem Royal Ranger-Camp (Royal Ranger = Freik. Evangelische Pfadfinder) aufbrechen wollten, hatten sie noch den Auftrag erhalten, am Freitagmorgen ihre Sachen zu packen. Es gab extra Packlisten für das Camp. Einzig unser Vierter nahm diese Aufgabe sehr, sehr ernst, was bei ihm auch zu erwarten war. Er ist ein ganz spezieller, einer, der alles alleine schaffen will und meistens auch schafft, der Ehrgeiz hat, der wie so eine kleine Lokomotive immer nach vorne prescht ... mit drei Jahren hat er sich z. B. selbst das Fahrradfahren ohne Stützräder beigebracht oder auch das Schwimmen, wenn ich es ihm beibringen wollte, hat er sich verweigert, er musste es selbst schaffen.

Naja, so war es auch kein Wunder, dass er seine Liste bereits am Donenrstagnachmittag systematisch runtergearbeitet hat! Ich glaube, so perfekt wie seine, war von den drei Taschen keine gepackt. Er hat nichts weggelassen, sogar den Labello, der auf der Liste stand (?) hat er sich von mir geben lassen ... er der in seinem ganzen Leben noch nie einen Labello benutzt hatte!!! Eigentlich war es eine Freude ihm dabei zuzusehn, mit einem kleinen wehmütigen Auge, weil die beiden größeren Brüder am Freitagmorgen nicht in der Lage waren, ihre Siebensachen zu packen und mein Bester und ich am Freitagabend - nach dem Kindergeburtstag - mal wieder aktiv werden mussten, um den Herrschaften das Benötigte zukommen zu lassen. Wenn zwei Teenager nicht in der Lage sind, sich Unterhosen zu organisieren, und ihr kleinerer neunjähriger Bruder seine Sachen tipptopp erledigt hat, dann gibt mir das zu Denken!!!

Dabei fällt mir wieder auf, wie erstaunlich das Ganze doch ist! Ist es nicht eine wundersame Sache? Fünf Söhne, zwei Eltern - die bei jedem der Fünfen die gleichen Eltern waren - und alle fünf Söhne verschieden??? Jeder einzigartig und anders? Das ist Schöpfungsgeheimnis würde ich mal so lapidar sagen. :)

Nachdem wir also den Kindergeburtstag überstanden hatten - ein dreifach Lob auf meinen Besten, der sich der Horde angenommen und mit ihnen zum Fußballspielen gegangen ist - wir die Taschen gepackt hatten, mussten wir dann nur noch am Samstag früh raus, damit die Herrschaften auch pünktlich ins Camp kamen.

Als nächstes musste ich meinen Großen gestern antreiben, seine Tasche zu packen und sich um verschiedene Dinge zu kümmern, für die er verantwortlich ist. Mein Großer 16jähriger, der mich schon um mehr als einen Kopf überragt ist ein wunderbarer junger Mann, hilfsbereit, entgegenkommend, freundlich, belesen, schlau ... aber er ist auch ein Träumer! Schon von Anfang an konnte er sich in seine Phantasiewelten zurückziehen, Lesen ist seine Leidenschaft. Und sobald er die Nase in einem Buch hat ... weg ist er, nicht mehr ansprechbar. Ein bisschen ein schussliger Professor, sein Äußeres unterstreicht das auch noch, behaupten die Kollegen aus seiner Klasse.




Heute früh haben mein Jüngster und ich ihn zum Bahnhof gebracht, er fährt zur Oma. Sein Cousin, mit dem er sich sehr gut versteht, ist auch schon dort und die beiden freuen sich auf ein paar gemeinsame Tage ohne Eltern!

Ich fahre ihn also zum Bahnhof und steige mit ihm und dem Jüngsten aus. "Gehst Du jetzt mit hoch zum Bahnsteig?" Ähm, doch das hatte ich eigentlich vor, wenn ich ihn schon alleine in die große weite Welt fahren lasse, dann will ich doch wenigsten sehen, dass er den Zug erwischt, oder?

Wir hatten dann noch eine Viertelstunde, bis der Zubringerzug einfuhr. Mein Großer fragte nochmal so vorsichtig nach, ob ich denn wirklich noch so lange warten wolle. Nachtigall ick hör Dir trappsen ... aber da kannte ich keine Gnade heute morgen, nee, nee. "Nein mein lieber Schatz, wir beide warten GERNE hier mit Dir!"

Wir haben uns dann in den Unterstand gesetzt und recht schnell ging ihm das Gesprächsthema aus. Ich überlegte, ob ich vielleicht doch schon gehen solle, da es ihm augenscheinlich lieber wäre. Aus irgendeiner "lustigen" Laune heraus, habe ich dann meinen Spruch gebracht, den ich immer bringe, wenn ich mit dem Jüngsten beim Augenarzt im Behandlungsraum noch länger warten muss und es ihm langweilig wird: "Ich sehe was, was Du nicht siehst ... und das ist blau!" Ich wollte schon lachen, den Kleinen an der Hand nehmen und meinen Großen endlich in Ruhe lassen, als von ihm plötzlich kam: "Hier der Rahmen vom Wartehäuschen?" :D Guck mal an! Wir haben es dann tatsächlich "gespielt" bis der Zug kam und waren beide erstaunt, wie schnell die Zeit umgegangen ist!!! Am liebsten hätte ich ihn vor allen Leuten abgeknutscht, aber ich kenne meine Grenzen! :)

Danach brachte ich meinen Jüngsten in den Kindergarten und jetzt fühle ich mich, wie soll ich sagen, etwas "verwaist"!

Irgendwie macht das echt was mit mir. Ich fühle mich komisch und meiner Aufgabe beraubt. Ich war schon immer eine Mutter, die die Ferien bevorzugt. Ich konnte immer nur schwer verstehen, wenn andere Mütter sagten, sie seien froh, wenn die Kinder wieder in die Schule gehen würden. Ich habe mein Völkchen gerne um mich und finde es eigenartig, ohne sie zu sein, vor allem hier zu Hause, wo alles nach ihrer Gegenwart schreit. Sie ihre Spuren hinterlassen haben!

Wenn mein Bester und ich uns eine Auszeit genommen hatten, mal eine Woche ohne Kinder wohin zu verreisen, war das nie ein Problem für mich. Wir nutzten und genossen die Zeit dann auch zu Zweit. Aber jetzt hier alleine daheim ... mittags nur für mich und den Kleinen zu kochen! Wie soll das denn gehen? Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal für zwei Leute gekocht hätte... Naja mit ein bisschen Nachdenken würde es mir schon wieder einfallen, aber es klingt dramatischer! *gggg*

Aber im Ernst, mir fehlt etwas, wenn die Kinder nicht da sind. Und irgendwie gibt mir das eine Ahnung auf kommende Zeiten. Allzuweit dürften die nicht mehr fern sein, immerhin ist der Große 16. Die meiste Zeit seines Lebens, die er bei uns gelebt hat, dürfte schon hinter uns liegen. Kann ich sie loslassen, wenn es dann soweit ist?

Als wir in den Herbstferien zu meiner Mutter gefahren sind, hatte unser Großer noch einen Schultermin am Wochenende und kam dann erst mit dem Zug nach. Das erstemal, dass wir ohne ihn in gemeinsame Ferien gestartet sind. Als ich im Auto so vor mich hin bruddelte, dass es so komisch ohne den Großen wäre und dass er mir schon fehlen würde. Meinte mein Zweiter sehr weise und sehr lockerflockig: "Was meinst Du, wie es Dir erstmal geht, wenn der Jüngste aus dem Haus geht!" Ohohohohohooooo ... darüber denke ich jetzt mal lieber noch nicht nach! Zumal gerade er mir mit sechs Jahren schon ein Versprechen gab: "Du, Mama, ich will IMMER bei Dir wohnen bleiben!" Mein Mutterherz machte einen gerührten Satz und bewegt antwortete ich: "Ach Schatz, Du darfst immer hier wohnen bleiben, aber warten wir doch erstmal ab, ob Du das noch willst, wenn Du groß bist!" Worauf er mir mit selbstsicherer Stimme antwortete: "Nee, nee, weißt Du, ich wäre ja schön blöd, wenn ich später mal Miete oder ein Haus abzahlen müsste, wenn ich doch hier umsonst wohnen kann!!!" Tja, ein sehr finanzbewußtes Kind, das zeigt sich auch jetzt immer wieder. Er ist unser kleiner "Sparfuchs".



Tja, jetzt kriege ich also erstmal einen kleinen Vorgeschack darauf, wie es ist, wenn die Familie wieder kleiner wird. Die letzten Jahre waren von Wachstum geprägt, macht mir irgendwie auch ein kleines bisschen ein flaues Gefühl, dass wir die Spitze des Berges doch schon eine ganze Weile überwunden haben.

Schade eigentlich, dass gerade diese Phase, in der die Kinder nach und nach kommen, diese jungen Jahre des Wachsens und des Elternwerdens- und sein, so schnell an einem vorüberschwirren, dass wir manchmal kaum mehr in der Lage sind, sie wahrzunehmen, die Jahre, und immer hoffen und warten auf die "ruhigen" Jahre. Damit entgeht uns sovieles, ständig mit dem Blick nach "vorne". Ok, es heißt ja immer, man muss nach vorne schauen und nicht zurück. Aber ich glaube, da liegt auch eine Gefahr drin, vor lauter nach vorne zu schauen, vergißt man im Hier und Jetzt zu leben.

Manchmal ist das Hier und Jetzt schwer auszuhalten ohne den Blick nach vorne, und manchmal brauchen wir den Blick zurück, um das Gute zu erkennen. Aber darüber darf man doch nicht vergessen, bewußt jetzt zu leben und das Jetzt zu genießen.

In Matthäus 6, 34 sagt Jesus:

"Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat."

Klar, das bezog sich vor allem auf die weltlichen Sorgen, um Nahrung, Kleidung etc. Aber ich glaube auch, dass Jesus einen Ausblick geben wollte. Wir wissen, dass wir in der Ewigkeit mit Jesus leben werden, Er bereitet uns, die wir Ihn lieben, eine Wohnung vor. Unsere Ewigkeit ist also schon gesichert. Und aus diesem tiefen Wissen und Glauben heraus, unsere Zukunft ist klar und bereitet, brauchen wir uns keine Gedanken darüber zu machen. Wir dürfen getrost jeden Tag nehmen, wie er kommt und versuchen, das Beste aus diesem einen Tag zu machen.

Da fällt mir ein Zitat ein, welches ich in den letzten Tagen gelesen hatte. Das fand ich auch recht eindrücklich:

"Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin. Nur für heute werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - nur mich selbst. Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsste dies alles mein ganzes Leben lang durchhalten. Heute ist es mir gegeben, das Gute während zwölf Stunden zu wirken."

Johannes XXIII


Also nehme ich mir vor, heute Gutes zu tun an den Menschen, die mir Gott heute anvertraut hat und über den Weg schickt. Auch wenn es zuerstmal "nur" ein kleines Menschlein ist, das mich heute braucht. Meine vier Großen habe ich Gott anvertraut, damit sie Gutes tun und ihnen von anderen Gutes getan wird.

Soviel mal zum Ferienanfang!

Seid gesegnet im Heute-Leben-und-Gutes-Tun! Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure IRMy

Mittwoch, 28. Juli 2010

Trübes Wetter ... trübe Laune? ... !!!

So, irgendwie ist mir der Sommer verloren gegangen in den letzten Tagen. Temperatursturz, regnerisch, kühl ... *brrrrr*!

Hatte ich erwähnt, dass ich den Sommer bevorzuge??? Hatte ich es nicht??? Und jetzt das!!! Ich merke, wie mit der Temperatur auch meine Laune zu sinken anfängt, mein Geduldspegel rapide abnimmt, mein inneres Barometer sich auf den Gefrierpunkt einpendelt. Klar, am Ende des Schuljahres kommt auch ein gewisses "Jetzt reichts dann mal!" dazu. Wir haben die Wochen nach Pfingsten - wie ja schon erwähnt - eigentlich richtig gut erlebt, der Stress fing die letzten Wochen an. Überall Termine, jeder Sohn eine Vereinsfeier, fast jeder Sohn ein Schulfest, dazwischen die Geburtstage, verschiedene Gemeindetermine und und und ...

Die Kinder sind auch dauergereizt, ferienreif eben. Das kommt zu der pubertären Grundhaltung noch hinzu. Ständig bin ich am Streite schlichten und sie "anpredigen", was mich selbst wohl am meisten nervt. Wie gut könnte ich ohne das auskommen!!!

Und trotzdem glaube ich, meine Laune wäre besser, wenn es sonnig und warm wäre. Wenn der nahende Urlaub mehr in der Luft liegen würde. Oder???

Irgendwie wird mir dann klar, dass das Alles, was mich vordergründig so anstrengt und Kraft kostet ... eben nur vordergründig ist. Vor mir selbst muss ich zugeben, dass nicht die ganze Action mich stresst, sondern inwendig mal wieder eine Krise ausgebrochen ist.

Schon einige Zeit schleppe ich zwei tiefe persönliche Fragen mit mir herum, immer wieder schaffen sie es, an die Oberfläche zu kommen und mir alle Kraft zu rauben. Es sind zwei ganz spezielle Fragen ... bis heute habe ich von Gott keine Antwort bekommen, zumindest keine, die ich hätte verstehen können ... oder wollen? Wochen-, monatelang ruhen sie wieder, die Fragen, liegen irgendwo verborgen in meinem Herzen. Dann ... plötzlich ein Auslöser ... und sie fangen wieder an zu bohren.

Warum ist das so? Warum werde ich diese Last nicht los? Mein Bester meinte, ich würde sie vielleicht nicht loslassen! Das Gefühl habe ich nicht, zu sehr leide ich darunter und habe auch in Gebeten versucht, damit umzugehen. Mit vielen - fein formulierten und wohlklingenden - Worten um Lösungen gefleht.

Ich merke, da ist eine Tür bei Gott, die Er nicht schließen oder öffnen will, zumindest kommt es mir so vor. Ich fühle mich alleingelassen damit, so als ob ich selbst verantwortlich dafür bin. Ist es dann doch so, dass ich mich selbst am Schopf aus dem Morast ziehen muss? Ein Kampf, der nicht gewonnen werden kann, das spüre ich. Mir gelingt es bestenfalls, die Fragen wieder runterzudrücken, mit meinem kreativen Ordnungsverhalten sie in kleine Kästchen zu packen und in hinterste Herzenskammern zu entsorgen. Frieden habe ich keinen darüber!

Wie also kriege ich Frieden darüber???

In Johannes 14, 27 lese ich:

"Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht."

Ich kenne diese Stelle und wenn ich Frieden habe, dann ist sie mir auch sehr klar und einsichtig. Aber wenn nicht, dann frage ich mich, wie kriege ich diesen Frieden, den Jesus mir lässt?

Vielleicht muss ich da mehr auf den Vers davor achten, Joh. 14, 26:

"Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe."

Und wenn ich nichts mehr aus eigener Kraft vollbringen kann, bleibt mir nichts anderes, als mich daran festzuhalten. Der Heilige Geist wird mich alles lehren und mich an alles erinnern, was Jesus mir zugesprochen hat, eben auch, dass ich Seinen Frieden haben darf.

Wenn dann die Fragen mit ihren Schmerzen wieder hochkommen, dann darf ich mit Jesaja 53, 4 daran festhalten:

"Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen."

Und wenn ich weiterlese, Jes. 54, 10:

"Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer."

Whohooo, große Worte! Wie schaffe ich es, diese Worte in Krisenzeiten ganz tief in mein Herz fallen zu lassen? Nicht aus eigener Kraft, das habe ich schon gemerkt. Wie war das, mit dem Beistand, dem Tröster, der mir helfen wird? Allerdings wird Er das auch nur, wenn ich Ihn lasse! Wenn ich meinen wirklichen Frust und auch meine Fragen nicht selbst in meine Herzenskammern versorge und versuche, alleine damit fertig zu werden.

Vor einigen Jahren las ich in einem Buch, von einem meiner Lieblingsautoren, einen Abschnitt, der mich ganz tief angerührt hat. Er beschreibt darin, wie er seinem kleinen Sohn etwas verbieten musste. Dieser zornentbrannt in sein Arbeitszimmer gerannt kam, ihn anschrie, auf ihn eintrommelte, weinte, schimpfte, den ganzen Frust rauslies und dann völlig erschöpft in den Armen seines Vaters einschlief.

Der Autor beschreibt, wie er da einen Blick darauf bekam, dass es Gott sich mit uns auch so wünscht: Dass wir ehrlich zu Ihm kommen, Ihm unseren Frust hinbringen, alles rauslassen, heulen, schreien, toben, klagen und dann letztendlich in Seinen Armen zur Ruhe kommen. Nur in Seinen Armen Frieden finden, auch wenn das Verbot an sich nicht aufgehoben wurde.

Das hat mir eigentlich die Augen dafür geöffnet, für das Vaterherz Gottes. Er will uns ganz, mit allen unseren Emotionen und Gefühlen. Er will nicht nur ein paar bestimmte Zeiten mit uns, in denen wir gefasst und auf Anbetung eingestellt sind, Ihm unsere schönsten Worte darlegend. Nein, Er will uns so, wie wir sind und wie wir uns fühlen. Das ganze Paket sozusagen. Er leidet viel mehr darunter, wenn wir uns in Krisenzeiten zurückziehen, uns aus Seiner Nähe entfernen, keine Worte mehr für Ihn haben.

Also darf ich mit meinem Frust und meiner Bitterkeit über die offenen Fragen zu Ihm kommen, darf Ihn anschreien, klagen, heulen, frustriert sein, Vorwürfe machen, ganz ehrlich zeigen, wie es in mir aussieht - Er weiß es ja eh schon! Er will nicht nur die emotional frisch gebadete Mariella, die sich sehen lassen kann und mit allem im Reinen ist. Er will das kleine schreiende mit dem Fuß aufstapfende Mädchen in den Arm nehmen, das ihre Welt nicht mehr versteht.

Und wenn ich dann alles bei Ihm losgeworden bin, darf ich, in Seinen Frieden gehüllt, Frieden empfangen!!!

Also, was hält mich eigentlich noch? Heiliger Geist, ich hab Dir da mal was zu sagen ... !!!

Seid gesegnet und Frieden in Seinen Armen findend Ihr Lieben! Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure IRMy

Montag, 19. Juli 2010

Absolut kategorisierend....

Heute beschäftigt mich schon den ganzen Morgen ein merkwürdiges Verhalten, welches heutzutage immer mehr zu beobachten ist. Die "Menschheit" wird in seltsame Kategorien eingeteilt. Am Anfang entstand es vielleicht spaßhaft unter Jugendlichen, mittlerweile kann man sich diesem Verhalten schier nicht mehr entziehen und findet sich selbst immer öfter wieder darin bzw. erfindet eigene Kategorien.

Darauf gestoßen bin ich vor kurzem wieder, als ich mich zu meinem großen Schreck auf einer großen Werbetafel "wiederfand" bzw. eine meiner kleinen Verhaltensmuster. Ich musste lesen, dass ich tatsächlich in die Kategorie: "Brezelsalzabkniebler" gehöre!!! Oha! Und das in riesengroßen Lettern auf einer Werbetafel für eine Backwarenkette. Mit roten Ohren und verschämten Gesichtsausdruck hauchte ich der Verkäufern ein leises "Zwei Brezeln, bitte!" zu, ohne - wie auch schon - lauthals darum zu bitten, dass sie die mit weniger Salz auswählen möge. Ich hab wirklich versucht, mich unbefangen zu geben, dass auch niemand hinter mein "dunkles Geheimnis" kommen möge, aber ob es mir gelungen ist, nachdem ich wie die Maus vor der Schlange meinen Blick einfach nicht von dieser Werbetafel wenden konnte? Ertappt! So habe ich mich gefühlt.


Da stellt sich mir die Frage, ob es anderen auch so geht wie mir? Obwohl ich nicht glaube, dass Menschen, die z. B. gerne warm duschen, sich dieses so sehr zu Herzen nehmen wie z. B. - da es doch meistens uns Frauen trifft - diejenigen, die lieber vorwärts einparken? Vor dem Einparkvorgang lasse ich also seit geraumer Zeit erstmal meine Blick schweifen ... irgendwo ein Beobachter??? Wenn ich mich sicher fühle, dann parke ich fröhlich vorwärts ein.


Wenn nicht, dann versuche ich todesmutig, rückwärts in diese vermaledeite kleine Parklücke zu kommen und das auch noch mit Hife von SPIEGELN!!! Wenn es dann noch passieren sollte, dass plötzlich ein Fahrzeug (mit männlichem Lenker) hinter mir steht und wartet, dann setze ich ganz schnell den Blinker links und tue so, als ob ich gerade aus der Parklücke herausfahren wollte und winke beim Wegfahren dem Fahrer dankend für seine Rücksicht zu.


Leider zieht das meistens eine längere Erkundung der umliegenden Straßen nach sich, in welchen ich dann verzweifelt eine Parkmöglichkeit suche, immer mit der winzigen Hoffnung, mit dem Vorwärtseinparkplatz auch ein klitzekleinesbißchen Schatten zu erwischen. :(

Früher - so erinnere ich mich zumindest - gab es da doch weit weniger Kategorien, oder trübt mich da meine Erinnerung? Wenn man Pech und ein bisschen Intelligenz zu eigen hatte, konnte es schon mal passieren, dass man als "Streber" eingestuft wurde, wobei ein bisschen streben nach guten Noten ja gar nicht mal so zu verachten ist. Das ist mir aber nie passiert! ;)

Dann gab es die Ausdrucksformen eines gewissen Aufbegehrens gegen das Establishment wie die Punker oder Rocker. Aber Brezelsalzabkniebler? Auf die Idee wäre nie jemand gekommen.

Heute finde ich mich wieder in Kategorien wie z. B. Spaßbremse oder Immerneinsager, meistens von meinen Söhnen in ihre nicht vorhandenen Bärte genuschelt ... oder auch, um jetzt mal selbst kreativ zu werden, in Kategorien wie Nasshaarkämmer, Jedendrücker, Terminvergesser oder Strukturverweigerer ... ach ja, nicht zu vergessen Kindergeburtstagsverächter, Hasennichtliebhaber, Sommerzeitbevorzuger etc. etc.


Ach was bin ich da froh und erleichtert, wenn ich mich mit anderen Augen ansehen kann, mit den Augen Gottes nämlich! Er, der mich geschaffen hat, liebt nämlich Alles an mir, ist somit eigentlich ein Allesanmirlieber. Und die einzige Kategorie, in der Er mich sehen will ist die Kategorie Gottliebhaber!


 Auf die Frage, welches das höchste Gebot ist, antwortet Jesus:

Mt. 22, 37: "Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt."


Und in dieser Kategorie weiß ich mich doch am besten aufgehoben! Wenn ich darin mein "Zuhause" erkenne, gibt mir das die Sicherheit, allen anderen Kategorien standzuhalten!

So! Und genau deswegen werde ich das nächstemal beim Bäcker wieder lautstark nach Brezeln mit wenig Salz verlangen!

Seid gesegnet Ihr Followerbekenner und Heimlichleser von dem Allesaneuchlieber! Ich hab Euch lieb und Jesus auch!

Eure IRMy


Dienstag, 13. Juli 2010

So ein Tag, so wunderschön wie heute!

Kindergeburtstag ... ein Wort, das mich das Fürchten lehrt!!!

Mir fehlt da einfach das "Händchen", unbeschwert einen spaßigen Nachmittag für so eine Menge an Kindern vorzubereiten. Ok, ich weiß, ich habe fünf Kinder ... und ja, mir fehlt trotzdem dieses Bespaßungsgen. Ich kann doch auch nichts dafür, aber schon als Teenie wollte ich NIE, wirklich NIE, Kinderarzthelferin werden, obwohl das mindestens jede zweite meiner Klassenkameradinnen wollte. Auch in meinen Gemeindeaktivitäten steht "Kinderarbeit" gaaaaaanz weit hinten. Das kann immer keiner verstehen, weil ich doch fünf Kinder habe. Ist schon irgendwie seltsam, ich geb es zu.

Und doch bin ich gerne mit meinen Kindern zusammen und es fällt mir auch nicht wirklich schwer, Zeit mit ihnen zu verbringen, mit ihnen zu spielen und Spaß zu haben. Aber ... ein ganz großes ABER ... ich tue mich unendlich schwer, mit FREMDEN Kindern umzugehen!!!

Ist es ein festgeschriebenes Gesetz, dass Mehrfachmütter auch automatisch prädestiniert für Kinderarbeit sind? Dann fall ich aus dem Raster.

Ich verbringe soooo gerne meine Zeit mit meinen Kindern, mit meiner Familie. Aber ich tue mich schwer, sobald ein fremdes Kind dabei ist. Ich kann mir das selbst gar nicht so recht erklären. Denn in meiner eigenen Familie war es völlig normal, dass immer, sogar in den Familienurlauben, fremde Kinder dabei waren. Wir durften wirklich unsere Freunde und Freundinnen mitschleppen, selbst drei Wochen nach Griechenland auf den Campingplatz. Ich habe das geliebt und genossen und bin aus dem Grund auch mit 17/18 Jahren noch mit meinen Eltern und meiner jeweiligen "besten" Freundin mitgefahren.

Und selbst kann ich mir das jetzt für meine Kinder überhaupt nicht vorstellen. Schon merkwürdig, ein Punkt, über den nachzudenken sich vielleicht mal lohnt.

Aber letztendlich wollte ich doch eigentlich auf was ganz anderes hinaus. ;)

Letzten Sonntag hatte unser Jüngster seinen sechsten Geburtstag und wünschte sich ... einen Kindergeburtstag!!! Schrecksekunde! Denn seine "besten" Freunde sind drei Kinder aus dem Kindergarten, eines sechs Jahre und zwei fünf Jahre alt. In dem Alter schon alleine zu einem Kindergeburtstag oder mit Müttern??? HILFE!!!

Mir tut das dann immer selbst leid, weil ich doch eigentlich will, dass es meinen Kindern gut geht und sie sich immer gerne an ihre Kindheit zurückerinnern. Können sie das, wenn ihre Mutter nicht in der Lage ist, einen Kindergeburtstag zu organisieren?

Ok, ok, ok, ich habe schon den einen oder andere Kindergeburtstag überstanden und es war ja auch immer ganz in Orndung und ich habe sie überlebt. Aber sie sind mir nie locker flockig von der Hand gegangen. Wenn ich dann wiederum mitbekommen habe, was andere Mütter so alles auf die Beine stellen an den Jubeltagen ihrer Kinder. *pfffft* Da geht mir dann immer ganz schnell die Luft aus.

Also griff ich ungeniert zu einr List! Ich ging im Internet auf die Suche nach einem bezahlbaren Freizeitpark in "möglicher" Nähe und wurde fündig. Ich gebe zu, dass der nächstgelegene wirklich große Freizeitpark für unsere Familie nicht in Frage kommt. Wenn wir mit sieben Personen, mittlerweile müssen wir da fünf mal Erwachsenenpreis bezahlen, dahin wollten, müssten wir uns einen Monat lang von trocken Brot und Wasser ernähren!!! Unverschämt, was der da mittlerweile kostet, nicht wirklich familienfreundlich, obwohl er sich als Familienpark anpreist. Ich nenne jetzt keine Namen, nein, nein ... hatte ich erwähnt, dass wir in Südbaden wohnen???

Naja, wie dem auch sei, ich wurde also fündig mit einem wirklich netten Freizeitpark in den Vogesen in Frankreich. Er kostete vom Preis her weniger als die Hälfte des großen Parks. Natürlich war er nicht sooo groß, wie dieser erwähnte Park, aber er bot wirklich reichlich Fahrgeschäfte und Attraktionen, auch für kleinere Kinder. Das nervt mich bei dem großen Park nämlich auch sehr, dass man für die Kinder ab vier Jahren den vollen Kinderpreis zahlt, die wirklich meisten Bahnen aber erst ab sechs Jahren gefahren werden dürfen.

Dieser kleine Park war im Westernstil gehalten und richtig schön und auch sehr gepflegt und nett angelegt. Mitten in den Vogesen von Wald umgeben, liegt er wirklich idyllisch.

Unauffällig nahm ich also meinen Jüngsten öfter mal im Vorfeld mit an den Computer und zeigte ihm verschiedene Videos von dem Park und auch die Website. Und tatatataaaa, es dauerte nicht lang und er fing Feuer. Nachdem ich ihm erklärte, dass nur entweder Kindergeburtstag ODER Freizeitpark möglich wäre, entschied sich dieses wunderbar kleine schlaue Kerlchen sehr zu meiner großen Freude für den Park!

Am Sonntag war es dann soweit ... natürlich gab es zuerst die übliche Geburtstagszeremonie mit Kerzen und Gesang und Geschenken auspacken, aber dann machten wir uns auf den Weg.

Immerhin 1 3/4 Stunden Fahrt lag vor uns, was uns und unseren Kindern aber nicht wirklich viel ausmacht. Wir sind es gewohnt, da auch die regelmäßigen Besuche bei Omas und Onkels und Tanten mit mindestens 3-4 Stunden Fahrtzeit Routine sind.

Und dann hat uns der Park wirklich sehr positiv überrascht. Liebevoll angelegt und sehr gepflegt hat es sich bei herrlichstem Sonnenschein und Wärme wirklich gut aushalten lassen. Das Personal war wirklich außerordentlich freundlich und nett. Es waren schon einige Besucher da, aber es war bei weitem nicht so voll, wie es an so einem Tag in dem großen Park gewesen wäre.

Die Wartezeiten an den Fahrgeschäften hielten sich im absoluten Rahmen mit ca. 1/4 Stunde höchstens. Die Preise waren bezahlbar und es war wirklich viel geboten.

Es war ein richtig schöner Park und ein tolles Erlebnis für die Jungs. Sogar unsere Großen hatten ihren Spaß. Natürlich meinte unser Zweiter, unser familieninterner Adrenalin-Junkie, klar die großen Attraktionen würden natürlich fehlen, aber sonst wäre es auch ganz nett. Und das aus seinem pubertären Mund will schon was heißen!!!

Also so einen Tag würde ich jedem Kindergeburtstag vorziehen!!! Ganz ehrlich!!! Ich habe den Tag im Kreise meiner Männer absolut genossen und empfand es für uns als Familie einen tollen gemeinsamen Tag. Wer weiß, wie lange unsere Großen das überhaupt noch mitmachen?

Jetzt ... oh Schreck, oh Schreck ... steht nächsten Sonntag der nächste Geburtstag an. Unser Dritter wünscht sich ... einen Kindergeburtsag!!! *kreisch* Ich merke schon, ich komme diesmal nicht drumherum. Natürlich wird das Kind schon fast Teenager und somit will er keinen Kindergeburtstag, sondern eine Poolparty!!! Ob das viel entspannender ist? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Nochmal in die Vogesen??? Dazu kriege ich meinen Besten nicht, das weiß ich jetzt schon. Da muss ich wohl diesmal in den sauren Apfel beißen.

Also wird es eine Poolparty geben. Zum Glück muss ich für dieses Alter nicht mehr Topfschlagen und Luftballonzertreten vorbereiten. Hauptsache wir haben genug zu Essen und zu trinken und Ohrenstöpsel, hat er es sich doch in den Kopf gesetzt zu diesem Geburtstag das erstemal auch Mädchen einzuladen! Eine Horde Jungs im Pool ist das eine, aber eine gemischte Gruppe mit Mädchen? Das könnte interessant werden in dieser vorpubertären Phase! *jämmerlichesyeeehaaa*

Da schau ich mir doch lieber nochmal die Bilder vom letzten Sonntag an und schwelge in Erinnerungen, wie schön und entspannt so ein Geburtstag doch sein kann....

Seid gesegnet mit Gelassenheit und Power von Oben! Ich hab Euch lieb und Jesus auch,

Eure IRMy


Mein Bester und mein Vierter und mein Jüngster.


Früh übt sich, wer den Bullen bei Hörnern packen will!


Bei der Haarpracht brauchts kein Cappy!


Ein Päuschen im Schatten musste sein!


Gepflegtes Badehosenoutfit!


"Hast Du's jetzt Mama?"


Das Kreischen können Mädels einfach am Besten!


Unser Vierter, auf dem besten Weg zum nächsten Adrenalin-Junkie, bei seinem Ritt auf diesem Drehteil, das sich beim Hin- und Herschaukeln noch um sich selbst drehte ... und das nicht langsam!!!


 Ein paar Eindrücke von der Piratenwasserschlacht!



Freiwilliges Warten auf die "Kalte Dusche"!!!



Einfach nasser Spaß auf dem Wasserspielplatz.



Auch die "Rössli-Ritti" darf nicht fehlen.


Einfach ein rundherum schöner Tag für unseren Geburtstagsindianer!



Mittwoch, 7. Juli 2010

Organisationstalent....

...hab ich NICHT! Leider, leider!

Ein Haus, einen Ehemann und fünf Söhne ... das ganze ohne auch nur den leisesten Funken Organisationstalent unter einen Hut zu bringen ... das ist herausfordernd!

Ich meine, dass man eine Spülmaschine nicht effizient einräumen kann, zeugt ja auch von mangelndem Organisationstalent. Einen Haushalt in unserer Größenordnung effizient zu führen ist ohne Organisationstalent schlichtweg unmöglich ... würde ich als Leidende mal so behaupten.

Kann man sich das aneignen? Irgendwie lernen oder sich belehren lassen? Ich hab schon viele, viele schlaue Ratgeber gelesen, die einem viele, viele gute Tipps geben. Nur leider bin ich was das anbelangt tippresistent.

Mein großes Glück ist eine gewisse Kreativität, wenn es darum geht, das "Angesammelte" unsichtbar so in entfernte Ecken zu verteilen, dass man es im Leben nicht mehr findet, aber auch nicht mehr wahrgenommen werden kann. Es ist kein Müll, nein, ich bin kein Messi, der sich von gar nichts trennen kann. Aber könnt Ihr Euch vorstellen, wieviel Utensilien, die einfach nicht einordbar sind, sich bei sieben Personen anhäufen?

Ich fülle Kisten und Schubfächer, Schrankecken und Schrankoberflächen, Regale und Handschuhfächer. Was an sich ja auch gar nicht mal dumm wäre, wenn hinter dem ganzen eine gewisse Struktur erkennbar wäre. Die fehlt leider absolut ... ich bin ein Chaot. Ich bekenne es! Ein kreativer Chaot! Hört sich das besser an? Nicht wirklich...

Wenn ich dann mal in die Kisten schaue, ist es doch immer wieder total interessant, was sich darin so alles findet. Die Mischung machts!

Ich bewundere Menschen, die organisieren können. Es gibt sie, diese Menschen, die einfach strukturiert SIND. Die kriegen Ordnung in alles hinein. Da kann man jede Schublade aufziehen und es gibt kein "Gekruschtel". Oh wie gerne hätte ich diese Gabe!

So und spätestens jetzt wird mir klar, dass ich in der Bredoullie stecke, wenn ich lese:

"Jak. 3, 16: Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge."

Ooohkaaay ... da stellt sich mir mal wieder die Frage, was mir das sagen will!

Wird meine Unordnung größer, je mehr ich neidisch auf die Ordnung anderer sehe?

Was passiert, wenn ich mich vergleiche? Wenn ich darauf schaue, wie andere das mit einer scheinbaren Leichtigkeit bewältigen, was mir so schwer fällt? Ist es nicht tatsächlich so, dass ich dann oft daran verzweifle, überzeugt bin, diese Gabe nicht zu haben, also von vornherein frustriert aufgebe? Und erst gar nicht mehr versuche, die Gaben, die ich habe, sinnvoll einzusetzen, um dann auf meine Art und Weise, die mir gestellten Aufgaben zu bewältigen?

Naja, Fakt ist, ich bin unstrukturiert und habe ein chaotisches Naturell. Und das spiegelt sich auch in meinem Haushalt und auch in meinen Söhnen wieder. Vielleicht muss ich lernen, das nicht nur als negativ zu empfinden. Vielleicht fühlen sich andere in ihren Strukturen erstarrt und würden sich mehr kreatives Chaos wünschen? Völlig neuer Gedanke.

Wie so oft geht es halt auch mir so, dass ich mich selbst so schlecht annehmen kann. Mit einem neidischen Auge zu oft auf andere linse und darüber vergesse, meine Gaben einzusetzen. Und ich habe Gaben! Jeder hat ganz eigene Gaben, die ihn charakterisieren und ausmachen. Diese Gaben gering zu achten und sich selbst nicht annehmen zu können halte ich für gefährlich:

"Matth. 19, 19: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"

Eine ziemlich klare Aussage. Und wie setze ich das um, wenn ich mich selbst nicht liebe? Da ist sie wieder, die IRMy! Wie dankbar bin ich, dass meine Mängel ausgeglichen werden von dem Einen, der mich so geschaffen hat, wie ich bin. Warum ich nicht vollkommen bin? Tja, bräuchte ich Erlösung, wenn ich es wäre?

Aus irgendeinem bestimmten Grund wurde ich von Gott so geschaffen, wie ich bin. Mit all meinen Gaben und Mängeln. Auch hier machts wohl die Mischung, die mich ausmacht! ;)

Und wenn ich mal so auf mich schaue, dann muss ich sagen, habe ich wohl auch einen chaotisch kreativen Schöpfer, denn ich war ja Sein Gedanke, bevor Er mich schuf!

Seid gesegnet Ihr wunderbar Geschaffenen! Ich hab Euch lieb und Jesus auch,

Eure IRMy

Sonntag, 4. Juli 2010

Gefunden! (Fortsetzung von GESUCHT) ;)

Lilly ist wieder da!

Wer hätte das gedacht - ich ehrlich gesagt nicht. Um so mehr freut es mich für unseren Dritten. Unsere Plakataktion war tatsächlich erfolgreich. Während wir im wunderschönen Hochzeitsgottesdienst und anschließend beim geselligen Apéro danach waren hat jemand aus der Nachbarschaft angerufen.

Lilly hat es tatsächlich zwei Straßenzüge weit geschafft! Erstaunlich, musste sie dabei mindestens eine Straße überqueren und kam dennoch nicht unter die Räder. Ich hatte mir Sorgen gemacht, weil wir einen Marder haben, dem es in unserer Straße recht gut schmeckt. Zum Glück fand der Junge aus der Nachbarschaft Lilly schon vorgestern.

Überglücklich ist Nummer 3 mit dem besten aller Väter losgezogen, um seine Lilly nach Hause zu holen. Als er dann ankam, überglücklich, und ich gesehen habe, wie behutsam und doch sicher er Lilly in seinen Armen trug, konnte ich nicht umhin und an das Bild des Schäfers denken, der sein verlorenes Schäfchen nach Hause holt!

So einen Gesichtsausdruck hat er bestimmt auch, wenn er seine Schäfchen nach Hause bringt. Überglücklich, zärtlich, behutsam und doch sicher und fest im Griff.

So wurde es gestern doch noch ein rundherum Freudentag! Wie schön!

Heute genießen wir am Vormittag die Ruhe und Erholung, irgendwie war es gestern doch sehr aufreibend. Auch die sommerliche Hitze hat ihren Teil dazu beigetragen.

Am Nachmittag findet unser Gottesdienst statt. Unser Erwachsenen-Musikteam ist eingeteilt für die Lobpreiszeit ... so wie es aussieht sind wir zu zweit, höchstens zu dritt. Das bedeutet, ich bin mit der Gitarre als einzigem Melodieinstrument neben dem Schlagzeug gefordert. Dabei empfinde ich mich immer noch als blutigen Anfänger, der sich mühsam mit ein paar Akkordgriffen durch die Lieder kämpft. Ich fürchte jeden Barreegriff!

Was für eine Herausforderung ... ich spüre die Anspannung in mir. Vor kurzem hatte ich während einer Gemeindeveranstaltung einen Eindruck, ich hörte eine Frage - und immer mehr will ich lernen, diese Stimme zu erkennen und auf sie zu hören - im Zusammenhang mit einem Vorfall, der mir in dem Moment peinlich war. Er war es nicht wirklich, ich hatte das Wirken des Heiligen Geistes erfahren und darauf reagiert und nicht jeder, der es mitbekam, verstand das. Als ich das mitbekam, war es mir, wie schon gesagt, peinlich.

In diesem Moment hörte ich die Frage: "Bist Du bereit, Dich für mich lächerlich zu machen?" Autsch! Solche Fragen höre ich nicht wirklich gerne. Da bin ich dann ganz schnell dabei, sie für nicht gefiltertes, eigenes Gedankengut zu halten. Aber die Frage lies mich nicht los. Ich musste mich ihr stellen.

Sollte es Gott wirklich Ehre machen, wenn ich mich lächerlich mache?

Ich denke schon, wenn es darum geht, dass ich mit dem, was ich tue, auch mir selbst die Ehre geben will. Wenn es darum geht, Anerkennung für etwas zu erhalten. Wenn es darum geht, es mir selbst zuzuschreiben. Ich muss frei davon werden, auf mich und auf die Menschen zu achten. Ich muss bereit sein, mich selbst nicht so ernst zu nehmen und, ja, mich auch mal selbst lächerlich zu machen vor der Welt.

Die Predigt vom letzten Sonntag, "Der Himmel wartet - Lohn des Himmels", hat mich wieder an diese Frage erinnert. Welchen Lohn erwarte ich? Wenn ich Angst davor habe, mich lächerlich zu machen, dann erwarte ich von den Menschen, von der Welt, jetzt Lohn, in Form von Anerkennung und Wertschätzung, für meine Bemühungen. Aber hatte ich mir nicht mal vorgenommen, Schätze im Himmel zu schaffen?

Also bleibt eigentlich nur die einzig mögliche Antwort auf die Frage: Ja, ich bin bereit, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen und es darauf ankommen zu lassen, mich vor der Welt lächerlich zu machen. Selbst wenn es bedeutet, dass ich heute Nachmittag im Gottesdienst vor lauter Aufregung, sämtliche Griffe verdaddel und die Melodie auch stimmlich nicht treffe. Es geht dabei eben nicht um mich und was ich da vorn für ein Bild abgebe. Ich habe mich in diesen Dienst rufen lassen, weil mir Anbetung und Lobpreis so sehr auf dem Herzen liegen und dann darf ich nicht auf mich gucken, nur allein auf den, um den es uns dabei geht!

Da macht es dann eigentlich auch nix, wenn ich mich musikalisch gesehen lächerlich mache!!!

Und zu guter Letzt fällt mir noch diese Bibelstelle ein:

Jer 29,11 "Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren."

Hah, wenn das nicht wieder mutmachend ist!

Wieder einmal wird mir klar, warum Jesus sagt, werdet wie die Kinder. Wenn ich an den Gesichtsausdruck unseres Dritten denke, als er Lilly heimbrachte, wird mir klar, dass Jesus noch viel behutsamer und liebevoller mit uns umgeht. Wir sollen einfach kindlich darauf vertrauen, dass er gute Gedanken und Pläne für uns hat!

Seid gesegnet wie in den Armen des Hirten! Ich hab Euch lieb und Jesus auch!
Eure IRMy